Hermann Max und J. S. Bach
Hermann Max hat mit seiner Rheinischen Kantorei und dem Kleinen Konzert Interpretationsgeschichte vornehmlich des 17. und 18. Jahrhunderts geschrieben. Neben den großen »klassischen« Meisterwerken hat sich Max immer die Neugier auf Ausgrabungen und Entdeckungen bewahrt und ist immer begeistert auf meine Ideen eingegangen: die Ferdinand Ries-Entdeckungen sind da klingender und überzeugender Beweis. Doch nun war es an der Zeit, endlich auch einmal das vielleicht populärste geistliche Werk des großen Thomaskantors in Max’ Interpretation zu dokumentieren. Ohne jede Betulichkeit, mit scharfen rhythmischen Akzenten und flotten Tempi, brillant im Surroundklang haben wir hier das Weihnachtsoratorium fürs 21. Jahrhundert!
- Johann Sebastian Bach (1685–1750)
- Weihnachtsoratorium BWV 248
- Veronika Winter, Wiebke Lehmkuhl, Jan Kobow, Markus Flaig, Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert, Hermann Max
- 2 SACDs (Shop)
Weihnachten mit Orgel
Gerade bekam Gerhard Weinberger für seine cpo-Gesamteinspielung der Bach-Orgelwerke den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. Jetzt stellt er zusammen mit seiner Frau Beatrice-Maria Orgelwerke zur Weihnacht verschiedenster Komponisten vor. Auf der Orgel der Klosterkirche Roggenburg, die mit einer für das 18. Jahrhundert beachtlichen Zahl von 43 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal, zu einer Reihe bedeutender Monumentalorgeln aus Oberschwaben gehört, spielen sie »im Duett« und auch solo Stücke von John Marsh – einem der herausragenden Musiker seiner Generation in Südengland –, von Giovanni Morandi aus Pergola, von dem Berliner Julius Schneider, von den bekannten französischen Komponisten und Organisten Théodore Dubois und Charles-Marie Widor sowie modernere Stücke von Ralf Bölting und Robert J. Powell.
- Weihnachtsmusik für Orgel & für Orgel 4-händig
- Werke von Händel, Morandi, Schneider, Widor, Dubois, Lehrndorfer, Bölting, McConnaughey, Powell, Callahan
- Beatrice-Maria Weinberger & Gerhard Weinberger/Orgel der Klosterkirche Roggenburg
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Weihnachtsoratorium von Mattheson
Nach der cpo-Einspielung des Oratoriums »Der liebreiche und geduldige David« sind wir froh, auch noch ein Weihnachtsoratorium von Mattheson vorstellen zu können. »Das größte Kind« ist ein Oratorium im wahren Sinne, sprich ein vollständig gedichtetes Werk, dessen Text auf verschiedene handelnde Personen verteilt ist. Die formale Nähe zur zeitgenössischen Oper ist unüberhörbar. Bei dem Text handelt es sich nicht um eine Originaldichtung, sondern basiert auf einem Dialogus von der Geburt Christi. Das größte Kind gehört zu Matthesons am reichsten besetzten Partituren. Besonders auffällig ist die gleichzeitige Verwendung von Hörnern und Trompeten in den Chorsätzen, die sonst in keinem Werk Matthesons zu finden ist.
- Johann Mattheson (1681–1764)
- Das größte Kind (Weihnachtsoratorium)
- Susanne Rydén, Nele Gramß, Anne Schmid, Gerd Türk, Kölner Akademie, Michael Alexander Willens
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Orchestrale Kammermusik
Großformatige Werke sind es, die man vor allen Dingen mit dem Namen Korngold in Verbindung bringt. Doch während seiner gesamten schöpferischen Karriere hat der Komponist auch schöne Kammermusiken geschrieben. Bei Werken für kleinere Besetzungen legte sich Korngold niemals stilistische oder intellektuelle Zügel an. Statt dessen lag ihm daran, die eingesetzten Mittel dergestalt zu erweitern, dass es ihnen an nichts fehlte, und so kommt es eben auch in Werken wie dem hier vorliegenden Streichquintett oftmals zu geradezu orchestralen Klängen. Sein erstes Streichquartett zeichnet sich vor allem durch viele überraschende Einfälle und extrem hohe technische Anforderungen aus. Den größten Teil seines – 10 Jahre später entstandenen – zweiten Streichquartetts schrieb Korngold in seinem Landhaus in Gmunden am Traunsee. Man kann in der melodischen Fundgrube dieser Partitur deutlich den großen Einfluss der hinreißend schönen oberösterreichischen Landschaft spüren.
- Erich Wolfgang Korngold (1897–1957)
- Streichquartette Nr. 1–3 (op. 16, 26, 34)
- Klavierquintett op. 15
- Henri Sigfridsson (Klavier), Aron Quartett
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Puschkin als Operette?
Nein, mit Puschkins Erzählung »Pikawaja Dama« von 1834, die dann 50 Jahre später als »Pique Dame« im der Vertonung von Tschaikowski Operngeschichte schrieb, hat die 1864 uraufgeführte Operette gleichen Namens von Suppé fast nichts gemein. Außer, dass es auch hier um Spielkarten geht, immerhin hieß die – nicht sonderlich erfolgreiche – Urfassung des Schwanks »Die Kartenschlägerin«. Die Ouvertüre ist das Einzige, was vom Gesamtwerk überlebt hat. Sie ist eine der Meisterouvertüren Suppés. Umso interessanter ist es zu erfahren, was auf dieses musikalische Schwergewicht (was nichts mit der Leichtigkeit und dem mitreißenden Brio der Musik zu tun hat!) an weiterer Musik folgt. Es ist eine Mischung aus Italianità und Wiener Sentimentalität, die wir da hören: Das macht den großen Reiz dieser Entdeckung aus!
- Franz von Suppé (1819–1895)
- Pique Dame
- Anjara Ingrid Bartz, Mojca Erdmann, Anneli Pfeffer, WDR Rundfunkchor, WDR Rundfunkorchester, Michail Jurowski
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Widor: Sinfonien für Orgel und Orchester
Charles-Marie Widor: Dieser Name ist Inbegriff für französische Orgelmusik im 19. Jahrhundert. Der bedeutende Orgelbauer Cavaillé-Coll nahm sich seiner schon als Schüler an und empfahl ihn auch auf die Stelle des Titularorganisten von St. Sulpice. Widor machte sich schnell auch einen Namen als Komponist, und seine 10 Symphonien für Orgel solo gelten auch heute noch als Non plus ultra der virtuosen französischen Schule. Dabei hat Widor immer auch für Orchester geschrieben. So gibt es zwei reine Orchestersinfonien und vier Sinfonien für Orgel und Orchester.
Christian Schmitt, der wohl profilierteste deutsche Organist der jüngeren Generation wird sich in Zukunft dem Widorschen Œuvre auf cpo schwerpunktmäßig widmen.
- Charles-Marie Widor (1844–1937)
- Symphonie op. 42 für Orgel & Orchester
- Sinfonia sacra op. 81 für Orgel & Orchester
- Christian Schmitt (Jann-Orgel Konzerthalle Bamberg), Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, Stefan Solyom
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Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 9.11.2009
Schlagwörter: Bach, CDs, Charles-Marie Widor, Classic, cpo, Erich Wolfgang Korngold, Franz von Suppé, Johann Mattheson, Super Audio CDs

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