Sinfonien eines Urmusikanten

ProduktabbildungKabalevsky gilt Vielen heute noch als komponierender Handlanger des sowjetischen Regimes. Es gibt denn auch im Westen kaum Literatur über ihn, der ja immerhin einer der wichtigsten, versiertesten und meistgespielten Komponisten Sowjetrusslands war. In der langen Zeit des kalten Krieges hatte sich eh nachhaltig das Vorurteil eingenistet, die sowjetischen Komponisten seien letztlich vor allem Propagandisten der kommunistischen Weltanschauung bolschewistischer Couleur. Hier tut Differenzierung Not! Unsere Gesamteinspielung der vier Sinfonien Kabalevskys – die Dritte »Requiem für Lenin« sogar in Ersteinspielung! – zeigt da überhaupt keinen Propagandakomponisten, sondern eine »ausdrucksvoll-romantische Musikantenseele voller Energie«, wie unser Booklet-Autor Christoph Schlüren konstatiert.

  • Dimitri Kabalewsky (1904–1987)
  • Sämtliche Symphonien
  • NDR Chor, The Choir of Hungarian Radio, NDR Radiophilharmonie, Eiji Oue
  • 2 CDs (Shop)

Nerudas galanter Stil

ProduktabbildungNach seiner Ausbildung in Prag spielte der böhmische Komponist Neruda zuerst im dortigen Theaterorchester. 1750 wurde er Violinist, später war er bis 1772 Konzertmeister der Dresdener Hofkapelle. Die Triosonaten boten für Neruda eine Gelegenheit, seine »galanten und gefälligen Gedanken« in einer bei Liebhabern sehr verbreiteten Form zu präsentieren: Kurze Motive in allerlei Abwandlungen und Wiederholungen bilden mit dem schwungvollen Themenkopf am Anfang jeder Sonate wesentliche Erkennungsmerkmale des galanten Stils, der sich auch in dem Fagottkonzert wiederfindet.

  • Johann Baptist Georg Neruda (1711–1776)
  • Triosonaten Nr. 2, 4–6; Concerto C-Dur für Fagott, 2 Violinen, Viola, Bc
  • Sergio Azzolini (Fagott), Parnassi musici
  • CD (Shop)

Telemanns Kapitänsmusik 1724

ProduktabbildungAls reichsunmittelbare Stadt hatte Hamburg für seine Verteidigung selbst Sorge zu tragen. Seit 1619 gab es eine feste Institution für diese Verteidigung: die Bürgerwache. Die verantwortungsvollste Position kam den 57 Kapitänen zu. Den gebührenden Dank für diese bedeutungsvolle Tätigkeit entrichtete die Stadt in Form der nahezu alljährlichen Festmahle. Und natürlich einer großen, zweiteiligen Festmusik. Von den ca. 30 »Bürgerkapitänsmusiken«, die Telemann zwischen 1723 und 1767 schrieb, sind leider nur neun Werke vollständig erhalten. Die haben es aber in sich und zeigen, dass wir es hier beileibe nicht mit nebensächlichen Gelegenheits- und Auftragswerken zu tun haben, sondern mit Oratorien von höchstem Rang innerhalb Telemanns Schaffen.

  • Georg Philipp Telemann (1681–1767)
  • Hamburgische Kapitänsmusik 1724 TVWV 15:2
  • Magdalena Podkoscielna, Andreas Post, Matthias Vieweg, Ekkehard Abele, Telemannisches Collegium Michaelstein, Ludger Rémy
  • Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
  • SACD (Shop)

Norddeutsche Orgel-Entdeckungen – Vol 5

ProduktabbildungZwei eher unbekannten Meistern ist das Vol 5 unserer Entdeckungsreise durch das norddeutsche Orgelbarock gewidmet: Melchior Schildt und Peter Morhard. Die Berufsstationen Schildts sind immerhin bekannt: Wolfenbüttel, Kopenhagen (als Hoforganist König Christians IV.) und dann bis zum Lebensende Hannover. Er war zeitlebens hochgeachtet als berühmter Orgelvirtuose, der durch Ausdruckskraft und Originalität überzeugte. Zu Peter Morhard sind nur spärliche biographische Angaben vorhanden: von 1662 bis zu seinem Tod 1685 war er Organist an der Michaeliskirche Lüneburg.

  • Melchior Schildt (1593–1667)
  • Sämtliche Orgelwerke
  • Peter Morhard (gest. 1685)
  • Sämtliche Orgelwerke
  • Friedhelm Flamme/Gerhard-von-Holy-Orgel Bartholomäuskirche Dornum
  • Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
  • SACD (Shop)

Klöcker spielt Pleyel

Pleyels umfangreiches OEuvre »schlummert« auch heute noch weitestgehend in Archiven. Dabei fand der Meisterschüler Haydns damals eine hohe Anerkennung als Instrumentalkomponist, weil er es verstand, sich international an verschiedenen Stilen zu orientieren. Seine Klarinettenkonzerte gehören zweifellos zu seinen wichtigsten Stücken. Jost Michaels ordnet das 1. Konzert sogar als das wichtigste Klarinettenkonzert vor Mozart ein. Faszinierend, wie Pleyel mit seinem schlichten Anfangsthema einen Weg durch das Konzert geht, das nach einem langsamen Satz in die virtuose Auflösung des Rondos mündet. Und auch in seinem Klarinetten-Doppelkonzert, der »Sinfonia Concertante «, zeigt sich, in welchem Maße er die ganze Palette des Instruments auszunutzen versteht.

  • Ignaz Pleyel (1757–1831)
  • Klarinettenkonzerte Nr. 1 & 2 / Sinfonia concertante B-Dur für 2 Klarinetten & Orchester
  • Dieter Klöcker, Sandra Arnold, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Sebastian Tewinkel
  • CD (Shop)

Goldmarks Klavierquintette

Goldmark gehört auch zu jenen Komponisten, deren einstmals strahlender Ruhm zu einem blassen Schimmer verkümmert ist. Dabei hatte Goldmark eine Riesenkarriere gemacht: Vom Sohn eines armen jüdischen Kantors in der ungarischen Provinz, zu Beginn ohne Schulunterricht, bis zum Professor für Komposition und Komponisten in Wien. In seinen Klavierquintetten zeigen sich typische »goldmarkige« Erfindungen: In dem 1879 als Opus 30 gedruckten Quintett finden sich raffinierteste Instrumentaleffekte und eine modulatorische Beweglichkeit, die ihre Wurzeln bei Franz Schubert zu haben, diesen aber noch in den Schatten zu stellen scheint. Auch in seinem späten Quintett op. 54 finden sich trotz »moderner« Anklänge seine typischen Umgehensweise mit Harmonik, verschärfter Motivik und permanenten Modulationen – ein Spätwerk, das die unverbrauchte musikalische Kraft Goldmarks hörbar macht.

  • Karl Goldmark (1830–1915)
  • Klavierquintette opp. 30 & 54
  • Oliver Triendl (Klavier), Quatuor Sine Nomine
  • CD (Shop)

Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun

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