Wie im britischen Evening Standard berichtet wurde, scheint das Ende des Traditionslabels Decca direkt bevorzustehen. Obwohl Julia Fischers Debütalbum mit Violinkonzerten von Bach (Shop) gerade riesige Verkaufserfolge feiert, verdichten sich die Gerüchte, dass Decca innerhalb der nächsten zwei Wochen die Pforten schließen muss.
Schaut man sich die Geschichte von Decca an, begegnet man Namen wie Louis Armstrong, Bing Crosby, Joan Sutherland und Luciano Pavarotti, The Rolling Stones und anderen Größen im Musikgeschäft von den 30ern bis in die heutige Zeit (die Beatles gehörten nicht dazu, aber das ist eine andere Geschichte). Eine Übersicht liefert die deutsche Wikipedia.
Im verlinkten Artikel ist allerdings auch davon die Rede, dass der berühmte Sound der Decca-Produktionen schon lange nicht mehr auf dem Niveau der guten alten Zeit ist. Es wird gar vermutet, dass ein Album wie das von Julia Fischer in den Höchstzeiten von Decca nicht in dieser Form veröffentlicht worden wäre. Der Klang sei zu schlecht ausbalanciert und von überzogener Klarheit; kein Vergleich zum Sound früherer Decca-Produktionen.
Nun ist uns natürlich bekannt, dass es unter unseren Kunden eine große Zahl an Decca-Freunden gibt. Wie sehen Sie das angekündigte Aus des Traditionslabels?
Geposted von Norbert Richter am 6.2.2009
Schlagwörter: Bach, Classic, Decca, Julia Fischer, Labels
6 Kommentare zu »Aus für Decca«
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am 6.2.2009 um 23:09 Uhr
Unglaublich diese Neuigkeit!!! Decca am Ende?!?! Ich glaub’s nicht!
Eine ganze Menge der alten Decca-Aufnahmen lagern in meiner Sammlung, LPs und CDs. Leider kaum SACDs – und hier liegt das Problem, denn heute liefern Firmen wie Pentatone den besten Sound und ich begreife nicht, dass man Julia Fischer dazu überreden konnte, diesen Label-Wechsel zu vollziehen.
So wie Decca vor 50 Jahren Massstäbe setzte, tut dies heute – und hoffentlich noch lange – Pentatone mit den klanglich schönsten, prächtigsten, besten, klangvollsten, natürlichsten …… Aufnahmen. Davon hat auch Frau Fischer profitiert; schade, dass sie – anscheinend geblendet von einem einst grossen Namen – nicht erkannt hat, welches heute die grossen Namen sind.
Ich liebte Decca (Der Name klingt noch immer!!!) – heute aber liebe ich Pentatone!!!!!! – auch ohne Frau Fischer! ;-)
am 10.2.2009 um 16:38 Uhr
Es ist sehr schade, daß das Traditionsunternehmen DECCA (mit den seinerzeit (50iger und 60iger Jahre) besten Tonmeistern nun die "Tore" schließen wird. Wo wird die derzeit beste Sängerin und Musikerin Cecilia Bartoli uns dann mit herausragenden künstlerischen und musikalischen Darbietungen beglücken? Seit nunmehr 20 Jahren hat sie ihrer Hörgemeinde in der Welt unter dem Produzenten von DECCA Christopher Raeburn ihren außerordentlichen musikalischen Rang tondokumentarisch bewiesen. Wird dies dann alles vorbei sein?
am 10.2.2009 um 19:15 Uhr
Herrn Landolt kann ich – bezüglich Julia Fischers Wechsel von Pentatone und der neuen Veröffentlichung bei Decca auf normaler CD statt SACD – nur zustimmen!
Darüber hinaus kann man die überragende Qualität der alten (und wieder veröffentlichten) DECCA-LP-Pressungen – sowohl Pop wie Klassik – gar nicht hoch genug einschätzen und das Aus für Decca nur mit größtem Bedauern zur Kenntnis nehmen.
am 10.2.2009 um 19:19 Uhr
Es ist sehr schade, daß eine so berühmte Schallplattengesellschaft, welche einst mit "Telefunken-Decca Schallplattengesellschaft" firmierte, schließen muß. Ich hoffe sehr, daß dieses Traditionsunternehmen in letzter Minute – wie andere auch – gerettet wird. Hier ist wieder die Buindesregierung am Zuge, denn – wenn andere
Firmen gerettet werden, dann kann man es bei Decca ebenfalls machen.
am 14.2.2009 um 09:58 Uhr
Wenn ich mir die Karteikarten mit den Angaben der instrumente, vor Allem aber die Angabe über die verwendeten Notenausgaben denke, bin ich traurig. Nur so hatte ich es relativ einfach mit zu musizieren.
am 19.2.2009 um 18:47 Uhr
Zum Kommentar von Herrn Göhre vom 10.2.09: Wie eigentlich bekannt sein dürfte, existiert die Firma Telefunken seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Wie soll also die deutsche Bundesregierung Rettungsmaßnahmen bei der – rein britischen – DECCA veranlassen?