Im Jahre 1976 erlangte im Rahmen der vom WDR ausgestrahlten 5. Rockpalast-Nacht ein kleiner US-amerikanischer Gitarrist mit einem furiosen Liveauftritt Kultstatus in Europa. Einen Trampolin springenden Gitarristen, der zudem auch noch virtuos sein Instrument bediente, hatte man bis dahin noch nicht gesehen. In seinem Heimatland hingegen war Nils Lofgren schon zu diesem Zeitpunkt kein unbeschriebenes Blatt mehr – hatte er doch mit Neil Young zusammen dessen Album »After The Goldrush« eingespielt und mit seiner eigenen Band Grin auch bereits vier Alben veröffentlicht. Zudem war er von 1984 bis zur Auflösung festes Mitglied in Bruce Springsteens E Street Band und wurde nach deren Reunion 1999 erneut engagiert. Nach zahlreichen Soloalben ist das soeben veröffentlichte Album »Old School« nun sein erstes Werk mit eigenem Songmaterial seit sechs Jahren. Hierauf beweist Lofgren eindrucksvoll, dass er sich als Songwriter und Gitarrist nicht hinter anderen Größen des Genres zu verstecken braucht.
Mit ihrem Debütalbum geriet 2006 eine Band mit dem Namen The Little Willies in die Schlagzeilen. Im Grunde genommen handelte es sich bei dieser Gruppe um das Freizeitprojekt einiger gestandener Musiker (allen voran die mehrfach preisgekrönte Sängerin und Pianistin Norah Jones), die hin und wieder in einem New Yorker Club die Musik von Kris Kristofferson, Willie Nelson und anderen Country-Legenden auf ihre ganz eigene Weise neu interpretierten. Das große Interesse seitens des Publikums war schließlich ausschlaggebend für das Einspielen eines Albums, das sicherlich nicht nur aufgrund der immensen Popularität von Norah Jones seine Anhängerschaft fand. Unter dem Titel »For The Good Times« wurde nun ein zweites Album veröffentlicht, eingespielt mit derselben Besetzung, die auch seinerzeit an dem Debütalbum beteiligt war.
Geposted von Andreas Schulze am 20.1.2012
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