Haselböck interpretiert Mozarts Zaide
Diese Oper ist ein frühes, zu wenig beachtetes Meisterwerk, das Mozart leider nicht vollendet hat. Nachdem er gehört hatte, dass der Kaiser in Wien – Joseph II. – Interesse an einer deutschen Oper bekundet hätte, begann er vermutlich 1779 mit der Komposition des Singspiels »Zaide«. Der Text stammt von seinem Freund Schachtner, der als Sujet einen jener damals so beliebten »türkischen« Märchenstoffe wählte, die von gefangenen Europäern und türkischen Sultanen, von Sklaverei, Befreiung und Edelmut handelten. Aber die Charaktere sind eindimensional gezeichnet, die Konflikte nicht ausgereift. Wahrscheinlich ist das der Grund, dass Mozart das Werk nicht fertig stellte. Die umfangreiche Musik aber, die er geschrieben hat, ist wertvoll wie alles aus seiner Feder und auch er selbst war überzeugt von der Qualität des Werkes.
- Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
- Zaide KV 344
- Isabel Monar, Markus Schäfer, Markus Brutscher, Christian Hilz, WIENER AKADEMIE, Martin Haselböck
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Bruno Walter als Symphoniker
Mit seiner Bedeutung als Dirigent wurde Bruno Walters nicht unerhebliches kompositorisches Schaffen völlig in den Schatten gestellt. Dabei sah es in seinen jungen Jahren ganz anders aus: Als Richard Specht 1910 einen langen Artikel über junge Wiener Komponisten veröffentlichte, stellte er Bruno Walter an den Anfang dieses Essays,in dem er unter anderem auch solch avancierte Künstler wie Schönberg, Zemlinsky und Schreker behandelte.
Walter war als Komponist sehr selbstkritisch, und nachdem er Mahlers 9. Sinfonie uraufgeführt hatte, stellte er das Komponieren ganz ein in der Gewissheit, solch einen musikalischen Gipfel selbst nie erreichen zu können. Seine d-moll-Sinfonie von 1907 ist nichtsdestotrotz ein ehrfurchtgebietendes Meisterwerk, das weder rückwärtsgewandt ist, noch ein Mahler-Imitat, sondern eine originelle Symphonik.
- Bruno Walter (1876–1962)
- Symphonie d-moll
- NDR Sinfonieorchester, Leon Botstein
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Rosetti als Oratorienkomponist
Rosetti hat sein Berufsleben ausschließlich in der Provinz verbracht. Nach Ludwigslust wechselte er 1789 und hatte neben einem umfangreichen instrumentalmusikalischen Schaffen auch ein ansehnliches geistliches Vokalwerk vorzuweisen. In den ihm noch verbleibenden drei Jahren in Ludwigslust entstand nur noch wenig Instrumentalmusik. Hingegen komponierte er eine ganze Reihe geistlicher Werke. Das großangelegte Passionsoratorium »Jesus in Gethsemane« und die »Halleluja«-Kantate zeigen die virtuose Beherrschung eines ganzen Arsenals musikalischer Techniken und Kunstgriffe. Dank ihres melodischen Einfallsreichtums, differenzierter Harmonik und dem wie immer gekonnten Umgang mit den Orchesterfarben zählen beide Spätwerke zu Rosettis bedeutendsten Schöpfungen.
- Antonio Rosetti (1750–1792)
- Jesus in Gethsemane (Murray G2); Kantate »Hallelujah« (Muray G7); 4 Arien »Salve Regina« (Murray F86-F89)
- Gabriele Hierdeis, Ruth Sandhoff, Jan Kobow, Thomas E. Bauer, NDR Chor, Mecklenburgisches Barockorchester »Herzogliche HofKapelle«, Johannes Moesus
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Telemann und die Blockflöte
Johann Michael Böhm, der von 1711 bis 1729 dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt in dessen Kapelle diente, war ein virtuoser Oboist und Blockflötist. Sein Schwager Telemann schrieb ihm so einiges auf den Leib, und das gehört zum Schönsten – und Schwersten, was man zu dieser Zeit für die Blockflöte schreiben konnte. Die a-moll Suite gehört zum Beispiel dazu. Oder die Suite in Es-Dur für »Flute pastorelle«, was man, bzw. unsere kongeniale Interpretin Carin van Heerden, als Quartflöte verstehen kann. Diese Musik fasziniert in ihrer Originalität von der ersten bis zur letzten Note.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Suiten für Orchester
- Ouvertüre a-moll TWV 55: a2 für Blockflöte, Streicher, Bc; Ouvertüre F-Dur TWV 55: F14 für 2 Oboen, Streicher, Bc; Ouvertüre Es-Dur TWV 55: Es2 für Flute pastorelle, Streicher, Bc
- L’Orfeo Barockorchester, Carin van Heerden (Blockflöte, Oboe, Leitung)
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Offenbach, Klavierwerke Vol. 3
Original und Bearbeitung bestimmen diese letzte CD unserer Serie mit der Klaviermusik Offenbachs. Den zentralen Block der Aufnahme bilden die sechs (authentischen) Klavierwalzer. Es handelt sich zwar um Stücke mit einfacher Formgebung, die sich aber doch erstaunlich vielseitig in der melodischen Erfindung mit Überraschungseffekten erweisen. In den folgenden »Bearbeitungen« ist auch Offenbach selbst als Bearbeiter vertreten mit dem »Valse favorite« seiner Féerie »Le Voyage dans la lune«. Und selbst der virtuose Interpret unserer CD Marco Sollini tritt in die Fußstapfen der Arrangeure des 19. Jahrhunderts und stellt seine eigene Version der Koloraturarie der Olympia aus Hoffmanns Erzählungen vor.
- Jacques Offenbach (1819–1880)
- Sämtliche Klavierwerke Vol. 3
- Musette; Les Amazones; Les Arabesques; Berthe; Brunes et blondes; Les Fleurs d’hiver; Les Trois Graces; Le Voyage de MM. Dunanan Pere et Fils; Le Voyage dans la Lune; Cascoletto-Quadrille; La Chanson d’Olympia
- Marco Sollini, Klavier
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Suks »Lebensreife«
Unsere dritte Veröffentlichung innerhalb unseres Zyklus’ sinfonischer Dichtungen des Dvorak-Schwiegersohns Josef Suk widmet sich zunächst der Ouvertüre »Märchen eines Winterabends« nach Shakespeares Stück »A Winter Tale«. Suk ist der Programmatik aber weiträumig aus dem Weg gegangen und hat eine absolute Musik ersonnen, die sich weitestgehend an die klassischen Prinzipien des Sonatenhauptsatzes hält. Seine spätere Tondichtung »Lebensreife« beschreibt den Rückblick eines reifen Künstlers über sein vergangenes Leben. Es entstand eine dichte Partitur für großes Orchester mit vertrackter Rhythmik, ständig changierenden Motivbezügen und Anspielungen an frühere Werke.
- Josef Suk (1874–1935)
- Lebensreife op. 34; Märchen eines Winterabends op. 9
- Orchester der Komischen Oper Berlin, Kirill Petrenko
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Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun.
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 17.10.2008
Schlagwörter: Antonio Rosetti, Bruno Walter, cpo, Georg Philipp Telemann, Jacques Offenbach, Josef Suk, Mozart
Spiegel Online berichtete bereits vergangenen Donnerstag über eine interessanten Fund: Forscher haben in einer Mediathek in Nantes eine unbekannte Partitur von Wolfgang Amadeus Mozart entdeckt. Es handele sich um ein Skizzenblatt für eine Messe, die der Komponist nicht mehr vollendet habe, sagte Ulrich Leisinger, wissenschaftlicher Leiter des Mozarteums in Salzburg. "Von der Handschrift und dem Papierbefund her gibt es keinen Zweifel an der Echtheit des Dokumentes."
Lesen Sie mehr darüber bei Spiegel Online.
Das Klassik-Magazin Fono Forum hat es bereits am Montag gemeldet: Im Archiv des polnischen Paulinerklosters Jasna Gora sind Wissenschaftler auf insgesamt 18 Manuskripte gestoßen, die von Wolfgang Amadeus Mozart eigenhändig signiert worden sind. Berichtet hat das die polnische Tageszeitung Polska. Einige der Werke sollen bisher unbekannt sein.
