In letzter Zeit häufen sich Retouren und Beschwerden vorwiegend bei Vinyl. Der Grund hierfür liegt darin, dass offenbar falsche Angaben bezgl. des Labels gemacht werden, was gerade im Vinylbereich die Sammler "auf die Palme" bringt.
Als aktuelles Beispiel sei hier die neue Serie "Back To Vinyl" von WARNER MUSIC genannt. Die erste Staffel umfasst 12 Wiederveröffentlichungen auf 180 g schwerem Vinyl mit liebevoll reproduziertem Artwork. Diese wurden von WARNER MUSIC im PhonoNet unter dem Label Rhino angemeldet. (Zur Erklärung: Das PhonoNet ist eine Plattform für den elektronischen Datenaustausch der deutschen Musikbranche. Die dort hinterlegten Daten werden von uns übernommen und bilden einen erheblichen Anteil unseres Angebotskataloges.)
Als Händler müssen wir uns auf diese bereitgestellten Daten verlassen. Allerdings gibt es aber bei einer solch großen Datenmenge auch hin und wieder Fehler in der Produktanmeldung (falsche Preisangaben, falsche Inhaltsangaben, falsches Cover etc.).
Ein Beispiel: Unter den 12 Wiederveröffentlichungen ist z.B. der Titel "Moondance" von Van Morrison. Dieser wurde als Rhino-Pressung angemeldet und so auch von uns angeboten. Erst als Kunden retournierten, fiel auf, dass auf dem Labelaufdruck Warner und nicht Rhino steht. Daraufhin wurden die Angaben zu diesem Artikel von uns korrigiert, so dass nun Warner als Label genannt wird.
Auf diesen Umstand angesprochen, teilte uns WARNER MUSIC Germany Folgendes mit:
1. Alle 12 Titel wurden mit Originalpresswerkzeugen aus den USA in Deutschland hergestellt. Ein Qualitätsunterschied zwischen einer deutschen und einer amerikanischen Pressung könne daher nicht vorliegen.
2. Es gibt es in den USA eine zentrale Datenbank von WARNER. Diese wird von den Labels mit Daten versorgt. Auf diese Datenbank MÜSSEN alle nationalen Vermarkter (in diesem Falle WARNER MUSIC Germany) zurückgreifen. Steht dort also Rhino, wird dieses auch übernommen. Handlungsspielraum besteht nicht.
3. Rhino ist mitnichten ein eigenständiges Label, sondern gehört zu 100% der WARNER MUSIC GROUP und ist der Backkatalogauswerter der gesamten
Company und ihrer Labels.
In den USA wird diese Platte als Rhino-Pressung angeboten. Allerdings ist der Barcode (Strichcode) identisch mit der deutschen Pressung. Da wir bei jpc ausschließlich mit diesen Barcodes arbeiten, ist eine Order in Amerika von vornherein ausgeschlossen, da nicht sichergestellt ist, ob der Kunde dann auch tatsächlich diese US-Pressung erhält. Weiterhin ist zu sagen, dass wir einen Titel, der in Deutschland veröffentlicht wird, grundsätzlich nicht so ohne Weiteres aus Übersee bestellen und anbieten dürfen. Dieses wäre eine Rechtsverletzung gegenüber dem Repertoireinhaber, in diesem Falle WARNER MUSIC Germany.
Die 12 Titel aus der genannten Serie haben wir nun mit dem Label versehen, das auch auf dem Labelaufdruck genannt ist.
Ich hoffe, mit diesen Zeilen zumindest ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben.
Geposted von Andreas Schulze am 21.7.2009
Schlagwörter: Intern, Labels, Vinyl, Warner Music
Musikwoche.de schrieb am Freitag letzter Woche über den Halbjahresbericht der EMI. Darin wird über das soeben gestartete Experiment berichtet, das neue Album von Lily Allen bis zum 16. Februar in den USA als Download zu 3,99 Dollar (ca. 3,10 Euro) zu verkaufen. Die Marketing-Leute der EMI versuchen auf diesem Weg, mit niedrigen Preisen Kunden anzulocken – ein wahrhaft bahnbrechendes Experiment im Endkundengeschäft.
Die grandiose Erkenntnis, dass durch günstige Preise Endverbraucher angelockt werden, war mir bereits geläufig, als meine Eltern mir als 6-Jährigem das erste Taschengeld zukommen ließen. Bei der EMI brauchen deren Marketing-Profis dazu leider ein wenig länger. Deshalb mein Vorschlag, wie sie gleich zu einer weiteren Erkenntnis kommen könnten: Gleich das CD-Album für den Handel in Deutschland so reduzieren, dass die Lily auch hier in Deutschland für 3,99 Euro verkauft werden kann. Meine vielleicht etwas gewagte Vorhersage: Die Nachfrage wird steigen. Aber wie singt das Mädel auf ihrem Album: "Never Gonna Happen".
Wie im britischen Evening Standard berichtet wurde, scheint das Ende des Traditionslabels Decca direkt bevorzustehen. Obwohl Julia Fischers Debütalbum mit Violinkonzerten von Bach (Shop) gerade riesige Verkaufserfolge feiert, verdichten sich die Gerüchte, dass Decca innerhalb der nächsten zwei Wochen die Pforten schließen muss.
Schaut man sich die Geschichte von Decca an, begegnet man Namen wie Louis Armstrong, Bing Crosby, Joan Sutherland und Luciano Pavarotti, The Rolling Stones und anderen Größen im Musikgeschäft von den 30ern bis in die heutige Zeit (die Beatles gehörten nicht dazu, aber das ist eine andere Geschichte). Eine Übersicht liefert die deutsche Wikipedia.
Im verlinkten Artikel ist allerdings auch davon die Rede, dass der berühmte Sound der Decca-Produktionen schon lange nicht mehr auf dem Niveau der guten alten Zeit ist. Es wird gar vermutet, dass ein Album wie das von Julia Fischer in den Höchstzeiten von Decca nicht in dieser Form veröffentlicht worden wäre. Der Klang sei zu schlecht ausbalanciert und von überzogener Klarheit; kein Vergleich zum Sound früherer Decca-Produktionen.
Nun ist uns natürlich bekannt, dass es unter unseren Kunden eine große Zahl an Decca-Freunden gibt. Wie sehen Sie das angekündigte Aus des Traditionslabels?
Geposted von Norbert Richter am 6.2.2009
Schlagwörter: Bach, Classic, Decca, Julia Fischer, Labels
In der Welt Online porträtiert Autor Manuel Brug das Label Virgin Classics, das in diesen Tagen seinen 20. Geburtstag feierte und sich offensichtlich bester Gesundheit erfreut. Ein gutes Zeichen, dass Glaubwürdigkeit und Qualitätsbewusstsein sich auch in einem schwierigen Markt behaupten kann.
Geposted von Norbert Richter am 5.11.2008
Schlagwörter: Classic, Labels, Presse, Virgin Classics
Dass die Vinylabverkäufe in Deutschland stark anziehen, ist seit geraumer Zeit kein Geheimnis mehr. Allerdings lässt die Veröffentlichungspolitik der Industrie doch sehr zu wünschen übrig.
Da werden Schwerpunkte wie aktuell die neue Madonna »Hard Candy« zunächst mit gleichem Veröffentlichungsdatum wie die CD angekündigt. Einige Zeit später hieß es dann, die Veröffentlichung wird sich um ca. 2 Wochen verschieben. Vom 9.5.2008 datiert nun die neueste Änderung: VÖ soll nunmehr der 13.6.2008 sein … wer’s glaubt …
Ebenso verhält es sich mit den seit Herbst letzten Jahres angekündigten 4-LP-Sets »Mothership« und »The Song Remains The Same« von Led Zeppelin, die mehrfach angekündigt, verschoben, gestrichen, neu angekündigt und letztendlich dann doch wieder gestrichen wurden.
Auch das neue Album »Home Before Dark« von Neil Diamond wurde kurz vor Veröffentlichung zurückgezogen.
Von der limitierten Ausgabe des Albums »Third« von Portishead (Boxset mit 2 LP/USBStick/12") bekamen wir von der Industrie ganze 19 (!!!) Einheiten. Nachbestellungen waren nicht möglich, da uns mitgeteilt wurde, dass kein Bestand mehr vorhanden ist.
Statt diese Ausgabe dann auch im PhonoNet (Katalogdatenbank der deutschen Industrie für die Vermarktung von physischen und digitalen Produkten in der Tonträgerbranche) als nicht mehr lieferbar abzumelden, wurde dies offenbar bis zum heutigen Tag schlicht vergessen.
Leidtragende sind die Musikbegeisterten und der Handel. Letzterer muss sich dann zusätzlich noch mit der verständlichen Verärgerung der Endkonsumenten auseinandersetzten.
Nein, liebe Musikindustrie, so geht das nicht! Mein Vorschlag für die Industrie dazu wäre: Vinylausgaben sollten erst angemeldet werden, wenn tatsächlich auch Bestand am Lager ist. Alles andere sorgt ausschließlich für Verwirrung und Ärger. Und in Zeiten, wo viel Gejammer wegen wegbrechender Ümsätze im Tonträgerbereich an der Tagesordnung ist, sollte man sich nicht auch noch unglaubwürdig machen.
Die amerikanischen Labels Dorian und Reference Recordings sind wieder lieferbar.
Seit 30 Jahren steht das Label Reference Recordings für audiophile Qualität und genießt bei Musikliebhabern, die Wert auf besondere Klangtreue legen, einen exzellenten Ruf.
Dorian ist bekannt für seine ausgefallenen Produktionen insbesondere im Bereich der Alten Musik. So finden sich hier beispielsweise Aufnahmen mit Renaissance- und Barockmusik aus Spanien, Irland, Schottland oder Südamerika. Künstlerische Akzente setzen dabei vor allem junge Ensembles und Solisten wie das Baltimore Consort oder der Lautenist Ronn McFarlane, die fernab etablierter Routine mit unerhörter Frische und Lebendigkeit musizieren.
Ein besonderes Augenmerk gilt auch der technischen Qualität der Aufnahmen. Die Produktionen von Dorian zählen mit zum Besten, was der audiophile Markt zu bieten hat, viele davon mit renommierten Preisen gekrönt.
Wir freuen uns, beide Labels wieder anbieten zu können.
