Im Jahre 1956 hatte es Tal Farlow geschafft: Die Kritiker von Down Beat wählten ihn zum besten Jazz-Gitarristen der Welt. Bekannt wurde der am 7. Juni 1921 geborene Musiker in den Jahren von 1949 bis 1953 als Mitglied des Red Norvo Trios, dem anfänglich auch Charles Mingus angehörte. In den 50er Jahren veröffentlichte Farlow eine Reihe erstklassiger Aufnahmen für Verve, um sich nach seiner Eheschließung im Jahre 1958 für einige Jahre aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen und als Schildermaler zu arbeiten. Nach wenigen zwischenzeitlichen Auftritten feierte Farlow sein Comeback erst 1956 mit mehreren LPs für das Concord-Label. Farlow starb am 25. Juli 1998 an Krebs. Sein atemberaubend schnelles Spiel und sein flüssiger Stil blieb Vorbild für viele jüngere Gitarristen, so auch für John McLaughlin.

Die jpc-Redaktion hat soeben den CD-Katalog von Tal Farlow auf den neuesten Stand gebracht, dazu auch das CD-Repertoire von Woody Shaw, Zoot Sims, Hiram Bullock, Jan Hammer, John Klemmer, Larry Eanet, Billy Eckstine, Harry "Sweets" Edison, Marty Ehrlich, Kurt Elling, Dave Ellis, Peter Erskine, Booker Ervin, Bruce Eskovitz, Chico Freeman, Johnny Hartman, Art Farmer, Gil Evans, Don Ewell, Jon Faddis und Art Farmer.

Am 27.5.2004 fand in der Kölner Universität ein ganz besonderes Konzert statt. Der Mitte 2008 im Alter von nur 52 Jahren verstorbene Sänger und Gitarrist Hiram Bullock spielte dort unter Mitwirkung von Billy Cobham, Stefan Rademacher und Christopher Dell sowie der WDR Big Band Songs von Jimi Hendrix (Shop). Ein interessantes aber auch gewagtes Unternehmen, da man sich diese Songs im Bigband-Sound ja eigentlich nicht so richtig vorstellen kann. Das Ergebnis ist jedoch beeindruckend. Alle weiteren Infos finden Sie auf Seite 39 im aktuellen jpc-courier.

Ein nicht alltägliches und ausgeklügeltes Aufnahmekonzept hat der US-amerikanische Tenorsaxophonist Joshua Redman auf seinem neuen Album »Compass« umgesetzt (Shop). Die Tracks wurden mit zwei Bassisten und zwei Drummern eingespielt und im Endmix so abgemischt, wie die Musiker auch im Studio saßen. Redman selbst sagt dazu, dass er versucht habe, das Gefühl von Raum in der klanglichen Landschaft einzufangen. Mehr Infos zu diesem absolut hörenswerten Album finden Sie auf Seite 37.