Kloses »Ilsebill«
Der Untertitel »Das Märlein von dem Fischer und seiner Frau« weist auf das bekannte Grimmsche Märchen hin. Die Oper jedoch weicht in einigen Elementen von der Märchenvorlage ab. Die Fischersfrau Ilsebill strebt stets nach Höherem und möchte schließlich sogar Gott sein, was dazu führt, dass Fischerin und Fischer zu guter Letzt nach einer Naturkatastophe – einem musikalisch reinigenden Gewitter – wieder in ihrem Baumstamm am See wohnen.
In »Ilsebill« hat die Musik die Vorherrschaft. Darauf deutet schon Kloses Bezeichnung »dramatische Symphonie« hin. Der Neuromantiker Klose wurde vor allem für seine originelle Orchestrierung und Instrumentation bewundert. Nach der Uraufführung 1903 erhielt »Ilsebill« viel Anerkennung und Lob. Wagners Einfluss ist mitunter unverkennbar, aber dennoch ist die Musik mit ihrem der Handlung entsprechenden traumhaften Charakter selbst bei den mächtigsten Natur-Kraftentfaltungen nie gewalttätig und bietet selbstständige und prägnante Wendungen und Art der Steigerungen.
- Friedrich Klose (1862–1942)
- Ilsebill
- Norbert Schmittberg, Sabine Türner, Jaroslaw Sielicki, Chöre des Theater Aachen, Aachen SO, Marcus Bosch
- 2 CDs (Shop)
Ein typisches Grenzschicksal
1819 wurde er als preußischer Bürger in einem Vorort bei Saarbrücken namens Goffontaine geboren. Zwischen Polen, Deutschland und Frankreich spielte sich denn auch sein weiteres künstlerisches Leben ab. Als Gouvy starb, wurde er in Deutschland für einen Franzosen und in Frankreich für einen Deutschen gehalten. Seltenheit dürfte auch haben, dass er sowohl Mitglied im »Institut des Beaux Arts« als auch in der »Preußischen Akademie der Künste« war: Deutsch-französische Freundschaft in personam. Jedoch ging Gouvy der in Frankreich allein gültigen Gattung der Oper konsequent aus dem Weg und komponierte vornehmlich Sinfonien. Diese wurden allerdings in Deutschland sehr geschätzt: Kein anderer ausländischer Komponist wurde in den 1850er Jahren in Leipzig so häufig gespielt wie Gouvy.
- Louis Théodore Gouvy (1819–1898)
- Symphonie Nr. 3 C-Dur op. 20; Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 30
- Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Jacques Mercier
- CD (Shop)
Grauns Große Passion
Neben 28 Opern hinterließ der preußische Hofkapellmeister C. H. Graun noch eine große Zahl von Kirchenmusik, von der vor allem seine erfolgreiche Passionskantate »Der Tod Jesu« eine weite Verbreitung fand und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder aufgeführt wurde. Vorher hatte Graun aber bereits drei weitere Passionen komponiert, u. a. die in Wolfenbüttel um 1730 entstandene Passion »Kommt her und schaut«, deren Umfang von 66 Nummern ihr den Titel »Große Passion« eintrug. Dieses Werk zeigt durch eine enorme Vielfalt der Formen, Besetzungen und Satztypen sowie durch eine intensive innere Dynamik die erstaunliche Reife des damals ungefähr 25-jährigen Komponisten und rechtfertigt, »Kommt her und schaut« als ein Meisterwerk der norddeutschen Passionskantate zu bezeichnen.
- Carl Heinrich Graun (1703–1759)
- Große Passion (Graun WV B: VII: 5)
- Veronika Winter, Hilke Andersen, Markus Schäfer, Ekkehard Abele, Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert, Hermann Max
- 2 CDs (Shop)
Weingartners Hommage an Schubert
Seine sechste Sinfonie schrieb Felix Weingartner 1928, dem Jahr also, in dem in großem Maße des 100. Todestages Franz Schuberts gedacht wurde. Schubert war für ihn immer ein Fixstern gewesen und klarer (und früher) als manch Anderer hat er die tragische Seite und Größe des oft als harmloser, idyllischer Liedsänger missverstandenen Komponisten erkannt. So schrieb er einmal vom »tragischen Antlitz« Schuberts, »im Sinne eines Kindes, das aus einer höheren Welt auf unsere Erde gefallen ist und sich hier nicht zurechtfinden, aber auch nicht klar erkennen kann, warum es sich nicht zurechtfindet.«
Weingartner schrieb eine Schubert-Würdigung in Form einer Sinfonie: »Ich sah Schubert einsam dahinschreiten und mit schmerzlichem Ausdruck auf seine geliebte Vaterstadt herniederblicken: Habe ich meinen ganzen Reichtum über euch ausgeschüttet, damit ihr mich so feiert? Und da begann es zu klingen. Zuerst wusste ich nicht, was es werden solle. Dann formte es sich allmählich, bis es eine viersätzige Symphonie wurde.«
- Felix Weingartner (1863–1942)
- Symphonie Nr. 6 op. 74 »La Tragica«; Frühling op. 80
- Sinfonieorchester Basel, Marko Letonja
- Sound: stereo und multichannel (Hybrid)
- SACD (Shop)
Telemann, Bläserkonzerte Vol. 4
Die fünf Werke der vierten Folge sämtlicher Bläserkonzerte zeigen uns Telemann auf der Höhe seiner Meisterschaft als Konzertkomponist: Alle Kompositionen bieten originelle Lösungen der Problemstellung, eine melodiegesättigte und ungezwungen fließende, dabei aber ausdrucksstarke und satztechnisch anspruchsvolle Konzertmusik zu schaffen, die sich von den italienischen Vorgaben des dreisätzigen Solokonzerts deutlich emanzipiert. Die Konzerte sind in enger zeitlicher Nachbarschaft entstanden und weisen trotz stilistischer Geschlossenheit verschiedene Stilelemente in Richtung Frankreich, Polen sowie Anlehnungen an Naturklänge und pastorale Grundstimmungen auf.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Konzert für 2 Blockflöten, Streicher, Bc TWV 52:a2; Konzert für Traversflöte, Streicher, Bc TWV 51:D2; Konzert für Oboe d’amore, Streicher, Bc TWV 51:A2; Konzert für 2 Traversflöten, Fagott, Streicher, Bc TWV 53:h1; Oboenkonzert TWV 51:e1
- La Stagione Frankfurt, Michael Schneider
- CD (Shop)
Neues von Louise Farrenc
Kurz nach ihrer ersten Symphonie komponierte Farrenc ihr erstes Klaviertrio, das sie selbst als Pianistin zusammen mit zwei Kollegen aufführte. Wie in allen ihren Kammermusikwerken ist der Klavierpart sehr anspruchsvoll. Das Trio steckt voller Energie, Dynamik und überraschender Details. In dem dritten Klaviertrio ist die Violine durch eine Klarinette bzw. eine Flöte ersetzt, und es ist eines der wenigen Werke, die in der zeitgenössischen Fachpresse gewürdigt wurden: »Reinheit des Stils, formale Perfektion, Anmut und Eleganz«. Auch das Sextett ist enorm reich an musikalischen Einfällen, und stellt das früheste Beispiel für die Besetzung mit Klavier und Bläserquintett dar. Die Flöte vervollständigt die Bläsergruppe zum Quintett, sodass dem Klavier eine eigenständige Klanggruppe gegenübersteht.
- Louise Farrenc (1804–1875)
- Sextett op. 40 für Klavier und Bläserquintett; Klaviertrio Es-Dur op. 33 Nr. 1; Trio Es-Dur op. 44 Nr. 3 für Klavier, Klarinette, Violine
- Linos Ensemble
- CD (Shop)
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 6.4.2009
Tags: Carl Heinrich Graun, CDs, Classic, cpo, Felix Weingartner, Franz Schubert, Friedrich Klose, Georg Philipp Telemann, Louis Théodore Gouvy, Louise Farrenc, Super Audio CDs
Vom Untergang der Titanic
Er ist derjenige schwedische Komponist, der uns noch in unserer Reihe der tonangebenden Tonsetzer des 20. Jahrhunderts fehlt: Nach Atterberg, Rangström, Peterson-Berger und Wirén jetzt also: Natanael Berg. Neben seinem medizinischen Examen studierte er auch Musik. Bergs Interesse galt dem großbesetzten, reichinstrumentierten Orchester. Seine 5 Symphonien haben alle programmatische Titel. Die zweite heißt »Die Jahreszeiten« und die erste, in der er die verschiedenen Phasen des Lebens beschreiben wollte und der er das Motto gab »Alles endet was entstehet« hat eine besondere Geschichte: »Während ich am 4. Satz komponierte, geschah etwas, das die gesamte Welt schockierte. Am 14. April 1912 kollidierte die Titanic mit einem Eisberg, und 1635 Menschen kamen ums Leben. Ich schrieb just in der leuchtendsten Tonart E-Dur, doch ich vernichtete das und beendete das Werk mit einem Trauermarsch.«
- Natanael Berg (1879–1957)
- Symphonien Nr. 1 & 2
- Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Ari Rasilainen
- CD 8996730
Von alten und neuen Quartetten
1737 erfüllte sich Telemann einen langgehegten Wunsch: Er reiste für einige Monate nach Paris. Der Aufenthalt wurde ein grandioser Erfolg. Neben vielbeachteten Konzerten erwarb er zudem ein königliches Privileg, das ihm ermöglichte, eigene Kompositionen in Paris drucken zu lassen. Mit diesem Privileg erschienen u. a. die »neuen Quatuors«, die sog. Pariser Quartette. Wir wissen nicht, ob Telemann die sechs Nouveaux Quatuors in Paris komponiert hat. Auf jeden Fall: Wo es neue Quartette gibt, muss es auch alte geben, und das waren in diesem Fall die 6 Quadri, die Telemann schon 1730 in Hamburg veröffentlicht hatte. Später hat man dann vereinfachend alle 12 Quartette »Pariser« genannt. Es ist der Höhepunkt der Telemannischen Kammermusik: Raffiniert, abwechslungsreich, phantasievoll.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Pariser Quartette Vol. 1
- John Holloway, Linde Brunmayr, Lorenz Duftschmid, Ulrike Becker, Lars-Ulrik Mortensen
- CD 1842263
Flötenkonzerte mit geistreicher Frische
Neues vom Wiener Komponisten des Sturm und Drang, der sein Gück und seinen Ruhm allerdings in Mannheim machte: Ignaz Holzbauer. Als Kapellmeister in Mannheim hatte er eine der glänzendsten Positionen jener Zeit erreicht. Neben einer stattlichen Anzahl an Kammermusik für Flöte schrieb er auch Flötenkonzerte, für die er ausschließlich die Begleitung des Soloinstruments durch ein vierstimmiges Streichorchester wählte. »Wie ein gut gemachtes Kleid«, um mit Mozart zu reden, schneidet Holzbauer in den Konzerten Melodie und Thematik auf die Bedürfnisse der Flöte zu und lässt gleichzeitig charakteristische Orchestereffekte der »Mannheimer Schule« sowie pochende Rhythmik à la Vivaldi einfließen. Mit schönem Ton, der sanglichen Melodieführung sowie lebhafter Virtuosität faszinieren auch heute noch die Konzerte Holzbauers.
- Ignaz Holzbauer (1711–1783)
- Flötenkonzerte
- Karl Kaiser, La Stagione Frankfurt
- CD 7735345
Bernardo Storace auf Cembalo und Orgel
Sämtliche biografische Daten über den italienischen Komponisten und Organisten Storace sind nur aus dem Vorwort zu seiner 1664 in Venedig veröffentlichten Sammlung »Selva di varie compositioni d'intavolatura per cimbalo et organo« überliefert. Eine Auswahl der Sammlung der zahlreichen Variationen über bekannte Tänze und Melodien der Epoche stellt Jörg Halubek, der 2004 den ersten Preis im Fach Orgel des Internationalen J.S.-Bach-Wettbewerbs in Leipzig gewann, jetzt auf cpo vor. In Storaces Werk zeigt sich die deutliche kompositorische Absicht, größere Formen zu gestalten und einzelne Variationssätze zu einem geschlossenen Stück miteinander zu verbinden. Furiose Virtuosität bis zum Ende!
- Bernardo Storace (ca. 1637–ca. 1707)
- Werke für Cembalo und Orgel
- Jörg Halubek, Cembalo & Orgel
- CD 7346557
Telemanns »Kantaten-Theater«
Selbst ein Bariton, ist es nicht verwunderlich, dass sich unter den mehr als 1400 erhaltenen Kirchenkantaten aus der Feder Telemanns auffallend viele Werke für Solo-Bass befinden. Die Kantaten weisen ein für die Zeit außergewöhnliches Element auf: die Dramatik. Unser Textautor spricht von »Geistlichem Musiktheater«. Schnell befinden wir uns mitten im Geschehen und schon bei einer der ältesten erhaltenen Kantate »Ich will den Kreuzweg gerne gehen« folgt einem dramatischem Monolog mit emotionsgeladenen Bekenntnis zum Kreuzweg zunächst ein sachlich-nüchternes Secco-Rezitativ, das dann wieder in gefühlsbetonte Arien überleitet. Und auch in den anderen Kantaten bringt Klaus Mertens u. a. die geistige Qual Jesu dem Zuhörer unwiederbringlich nahe.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Passions-Kantaten
- Klaus Mertens, Accademia Daniel, Shalev Ad-El
- CD 2464239
Ehrenrettung für Francesco Feo
Zweifellos gehört Feo zu den bedeutenden neapolitanischen Komponisten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. War doch Feo, der sein ganzes Leben in Neapel tätig war, in Italien zu seiner Zeit sehr erfolgreich und auch am sächsisch-polnischem Hof wurden Werke von ihm aufgeführt. Messen bestanden normalerweise in der neapolitanischen Kirchenmusik nur aus Kyrie und Gloria – wenn die übrigen Teile vertont wurden, waren es kaum mehr als »Anhängsel«. Letzteres trifft auch auf die hier erstmals zu hörende Messe im neapolitanischen Kirchenmusik-Stil zu. »Matthias Jung und das Vocalensemble bewiesen auch diesmal wieder Erfahrung und stilistische Sicherheit bei der Interpretation alter Musik«. (Dresdner Zeitung, Feo-Konzertkritik)
- Francesco Feo (1691–1761)
- Missa; Confitebor a 5
- Anja Zügner, Dorothea Wagner, Dominika Hirschler, Tobias Hunger, Tobias Berndt, Sächsisches Vocalensemble, Batzdorfer Hofkapelle, Matthias Jung
- CD 1899818
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 5.2.2009
Tags: Bernardo Storace, CDs, Classic, cpo, Francesco Feo, Georg Philipp Telemann, Ignaz Holzbauer, Natanael Berg
Lehárs polnisches Meisterwerk
Ein ganz wichtiges Element in den Operetten Lehárs ist das Lokalkolorit. »Je nach Stimmung greife ich zum chinesischen … je nach Laune zum polnischen Libretto … Es wird viel amüsanter, wenn man nicht fortgesetzt an einem Werk arbeitet«, gestand er anlässlich seines 50. Geburtstages 1920 einer Zeitung. Er arbeitete zu dieser Zeit gerade an der »Gelben Jacke« dem Vorläufer des »Land des Lächelns« und an seiner »Blauen Mazur«. Letztere wurde bei der Uraufführung zu einem umjubelten Erfolg. Musikalisch ist sie eines seiner größten Meisterwerke.
Es ist die gelungene Stilmischung der Musik, die alles in der Schwebe hält, und auch in dramatischen Momenten ihre Leichtigkeit nicht verliert. Nicht nur die schmissigen Buffonummern, Tanzwalzer und die Titel Mazur(ka) belegen es, sondern auch alle drei groß angelegten Finali. Ein wahres Juwel!
- Franz Lehár (1870–1948)
- Die blaue Mazur
- Johanna Stojkovich, Julia Bauer, Johan Weigel, Jan Kobow, Hans Christoph Begemann, Kammerchor der Singakademie Frankfurt, Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Frank Beermann
- 2 CDs 3027327
… und immer wieder Pfitzner
Hans Pfitzner gehört zu den wichtigen, fast könnte man sagen Gründungskomponisten von cpo. Gut – an ihm scheiden sich die Geister, allerdings mehr an seiner historischen Gesamterscheinung als homo politicus und als Künstler. Als ersterer war er eine ziemliche Katastrophe, als letzterer ein originärer Meister ersten Ranges! Sein kammermusikalisches Hauptwerk, das Klavierquintett op. 23 fehlte bisher im cpo-Katalog – einfach, weil sich noch keine passende Interpretation gefunden hatte. Als darum Ulf Hoelscher den Wunsche äußerte, mit seinem Ensemble das expressionistische Quintett und das späte, abgeklärt heitere Sextett aufzunehmen, war die Entscheidung schnell gefallen. Freuen Sie sich auf eine exemplarische, stilbildende Aufnahme.
- Hans Pfitzner (1869–1949)
- Klavierquintett op. 23 C-Dur; Sextett op. 55 g-moll für Klarinette, Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Klavier
- Ensemble Ulf Hoelscher
- CD 8581618
Ein ungewöhnlicher Telemann-Zyklus
1731 brachte Telemann einen ungewöhnlichen Zyklus auf den Markt: »III Trietti metodichi e III Scherzi à 2 Flauti traversieri overo 2 Violini con Fondamento«. »Trietti« (kleine Trios) und Scherzi als mehrsätzige Kompositionen hatte es bis dahin nicht gegeben. Telemann befriedigte damit die Nachfrage nach »humorvollen« Scherzi und nach nicht allzu schweren Trios und darüber hinaus die Nachfrage nach praktischem Anschauungsmaterial für die »Methode« zu verzieren. Die durchweg dreisätzigen Stücke sind galant-gefällig, tänzerisch schwungvoll und das Verschmelzen der beiden Geigen in »Kürzestmotiven« trägt zum scherzhaften Charakter des Ganzen nicht unerheblich bei.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Triosonaten »Trietti metodichi e Scherzi«; Quartett TWV 43:a1 für 2 Violinen, 2 Fagotte, Bc; Quartett TWV 43:d3 für Flöte, Violine, Fagott, Bc
- Parnassi musici
- CD 6350475
Vielseitig-Symphonisches von Röntgen
Von seinen ca. 20 Symphonien gehört die 18. Symphonie mit zu den längsten, klassischen, aber auch vielseitigsten Werken, die traditionell in vier Sätzen geschrieben ist. Festliche Barockanklänge mit »Pauken und Trompeten« a la Bach erklingen neben langen, ausgesponnenen Melodien nach bester Mendelssohn-Tradition. Und auch die anderen Werke zeigen Röntgen erneut als einfallsreichsten und fruchtbarsten Komponisten Hollands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sei es das »Liedje van de zee« oder die Ballade über ein norwegisches Volkslied, in dem seine Liebe zum Meer sowie seine konzentrierte Erinnerung an eine eindrucksvolle Norwegen-Reise hörbar werden.
- Julius Röntgen (1855–1932)
- Symphonie Nr. 18; Ballade über eine norwegische Volksmelodie; Een liedje van de zee op. 45; Zes Oud-Nederlandsche Dansen op. 46
- NDR Radiophilharmonie, David Porecelijn
- CD 5662300
Norddeutsche Orgel-Entdeckungen – Vol. 6
Zwei weiteren Meistern ist Vol. 6 unserer Entdeckungsreise durch das norddeutsche Orgelbarock gewidmet: zum einen dem als Vorgänger Buxtehudes als städtischer Organist zu Lübeck bekannteren Franz Tunder, zum anderen Nicolaus Hasse, von dem kaum Daten überliefert sind. Wahrscheinlich Schüler von J. Praetorius, J. P. Sweelinck und H. Scheidemann war Hasse seit Ende der 1620er Jahre Organist an St. Marien in Stendal sowie später an der Rostocker Marienkirche.
Seine vier Orgelwerke brillieren u. a. durch Echo-Effekte und virtuose Koloraturen und vor allem seine Choralfantasie »Komm, heiliger Geist, Herr Gott« steht sowohl die Qualität als auch die Ausdehnung betreffend in der Nähe der großen Fantasien Franz Tunders.
- Franz Tunder (1614–1667)
- Nicolaus Hasse (ca. 1605–1670)
- Sämtliche Orgelwerke
- Friedhelm Flamme/Christian-Vater-Orgel St. Petri Melle
- Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
- 2 SACDs 3512524
Bruchs Liebe zum Lied in der Symphonik
Obwohl Max Bruch ein lebhaftes Interesse für die Vokalmusik – insbesondere für das Volkslied – hegte, sind seine bedeutendsten Werke eher auf dem Gebiet der Instrumentalmusik zu finden. Aber die hier eingespielten symphonischen Werke zeugen auch eindeutig für seine »Liebe zum Liede«. In ihnen spiegelt sich zumindest eine der Faktoren, die für Bruch die kompositorische Inspiration liefern sollten: »Erstens ein schönes Bild, zweitens eine schöne Lanschaft, drittens ein schönes Weib«. Ob es die Serenade nach schwedischen Volksmelodien, die fantasievollen und farbigen Orchestersuiten aus den schwedischen Tänze oder die Suite nach russischen Volksmelodien sind – immer zeichnet er zauberhafte und romantische musikalische Landschaften.
- Max Bruch (1838–1920)
- Schwedische Tänze op. 63 (Orchestersuiten Nr. 1 & 2); Suite op. 79b nach russischen Volksmelodien; Serenade für Streichorchester op. posth. nach schwedischen Melodien
- SWR RO Kaiserslautern, Werner Andreas Albert
- CD 5976188
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun.
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 16.12.2008
Tags: CDs, cpo, Franz Lehár, Franz Tunder, Georg Philipp Telemann, Hans Pfitzner, Julius Röntgen, Max Bruch, Nicolaus Hasse
Haselböck interpretiert Mozarts Zaide
Diese Oper ist ein frühes, zu wenig beachtetes Meisterwerk, das Mozart leider nicht vollendet hat. Nachdem er gehört hatte, dass der Kaiser in Wien – Joseph II. – Interesse an einer deutschen Oper bekundet hätte, begann er vermutlich 1779 mit der Komposition des Singspiels »Zaide«. Der Text stammt von seinem Freund Schachtner, der als Sujet einen jener damals so beliebten »türkischen« Märchenstoffe wählte, die von gefangenen Europäern und türkischen Sultanen, von Sklaverei, Befreiung und Edelmut handelten. Aber die Charaktere sind eindimensional gezeichnet, die Konflikte nicht ausgereift. Wahrscheinlich ist das der Grund, dass Mozart das Werk nicht fertig stellte. Die umfangreiche Musik aber, die er geschrieben hat, ist wertvoll wie alles aus seiner Feder und auch er selbst war überzeugt von der Qualität des Werkes.
- Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
- Zaide KV 344
- Isabel Monar, Markus Schäfer, Markus Brutscher, Christian Hilz, WIENER AKADEMIE, Martin Haselböck
- 2 CDs (Shop)
Bruno Walter als Symphoniker
Mit seiner Bedeutung als Dirigent wurde Bruno Walters nicht unerhebliches kompositorisches Schaffen völlig in den Schatten gestellt. Dabei sah es in seinen jungen Jahren ganz anders aus: Als Richard Specht 1910 einen langen Artikel über junge Wiener Komponisten veröffentlichte, stellte er Bruno Walter an den Anfang dieses Essays,in dem er unter anderem auch solch avancierte Künstler wie Schönberg, Zemlinsky und Schreker behandelte.
Walter war als Komponist sehr selbstkritisch, und nachdem er Mahlers 9. Sinfonie uraufgeführt hatte, stellte er das Komponieren ganz ein in der Gewissheit, solch einen musikalischen Gipfel selbst nie erreichen zu können. Seine d-moll-Sinfonie von 1907 ist nichtsdestotrotz ein ehrfurchtgebietendes Meisterwerk, das weder rückwärtsgewandt ist, noch ein Mahler-Imitat, sondern eine originelle Symphonik.
- Bruno Walter (1876–1962)
- Symphonie d-moll
- NDR Sinfonieorchester, Leon Botstein
- CD (Shop)
Rosetti als Oratorienkomponist
Rosetti hat sein Berufsleben ausschließlich in der Provinz verbracht. Nach Ludwigslust wechselte er 1789 und hatte neben einem umfangreichen instrumentalmusikalischen Schaffen auch ein ansehnliches geistliches Vokalwerk vorzuweisen. In den ihm noch verbleibenden drei Jahren in Ludwigslust entstand nur noch wenig Instrumentalmusik. Hingegen komponierte er eine ganze Reihe geistlicher Werke. Das großangelegte Passionsoratorium »Jesus in Gethsemane« und die »Halleluja«-Kantate zeigen die virtuose Beherrschung eines ganzen Arsenals musikalischer Techniken und Kunstgriffe. Dank ihres melodischen Einfallsreichtums, differenzierter Harmonik und dem wie immer gekonnten Umgang mit den Orchesterfarben zählen beide Spätwerke zu Rosettis bedeutendsten Schöpfungen.
- Antonio Rosetti (1750–1792)
- Jesus in Gethsemane (Murray G2); Kantate »Hallelujah« (Muray G7); 4 Arien »Salve Regina« (Murray F86-F89)
- Gabriele Hierdeis, Ruth Sandhoff, Jan Kobow, Thomas E. Bauer, NDR Chor, Mecklenburgisches Barockorchester »Herzogliche HofKapelle«, Johannes Moesus
- 2 CDs (Shop)
Telemann und die Blockflöte
Johann Michael Böhm, der von 1711 bis 1729 dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt in dessen Kapelle diente, war ein virtuoser Oboist und Blockflötist. Sein Schwager Telemann schrieb ihm so einiges auf den Leib, und das gehört zum Schönsten – und Schwersten, was man zu dieser Zeit für die Blockflöte schreiben konnte. Die a-moll Suite gehört zum Beispiel dazu. Oder die Suite in Es-Dur für »Flute pastorelle«, was man, bzw. unsere kongeniale Interpretin Carin van Heerden, als Quartflöte verstehen kann. Diese Musik fasziniert in ihrer Originalität von der ersten bis zur letzten Note.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Suiten für Orchester
- Ouvertüre a-moll TWV 55: a2 für Blockflöte, Streicher, Bc; Ouvertüre F-Dur TWV 55: F14 für 2 Oboen, Streicher, Bc; Ouvertüre Es-Dur TWV 55: Es2 für Flute pastorelle, Streicher, Bc
- L’Orfeo Barockorchester, Carin van Heerden (Blockflöte, Oboe, Leitung)
- CD (Shop)
Offenbach, Klavierwerke Vol. 3
Original und Bearbeitung bestimmen diese letzte CD unserer Serie mit der Klaviermusik Offenbachs. Den zentralen Block der Aufnahme bilden die sechs (authentischen) Klavierwalzer. Es handelt sich zwar um Stücke mit einfacher Formgebung, die sich aber doch erstaunlich vielseitig in der melodischen Erfindung mit Überraschungseffekten erweisen. In den folgenden »Bearbeitungen« ist auch Offenbach selbst als Bearbeiter vertreten mit dem »Valse favorite« seiner Féerie »Le Voyage dans la lune«. Und selbst der virtuose Interpret unserer CD Marco Sollini tritt in die Fußstapfen der Arrangeure des 19. Jahrhunderts und stellt seine eigene Version der Koloraturarie der Olympia aus Hoffmanns Erzählungen vor.
- Jacques Offenbach (1819–1880)
- Sämtliche Klavierwerke Vol. 3
- Musette; Les Amazones; Les Arabesques; Berthe; Brunes et blondes; Les Fleurs d’hiver; Les Trois Graces; Le Voyage de MM. Dunanan Pere et Fils; Le Voyage dans la Lune; Cascoletto-Quadrille; La Chanson d’Olympia
- Marco Sollini, Klavier
- CD (Shop)
Suks »Lebensreife«
Unsere dritte Veröffentlichung innerhalb unseres Zyklus’ sinfonischer Dichtungen des Dvorak-Schwiegersohns Josef Suk widmet sich zunächst der Ouvertüre »Märchen eines Winterabends« nach Shakespeares Stück »A Winter Tale«. Suk ist der Programmatik aber weiträumig aus dem Weg gegangen und hat eine absolute Musik ersonnen, die sich weitestgehend an die klassischen Prinzipien des Sonatenhauptsatzes hält. Seine spätere Tondichtung »Lebensreife« beschreibt den Rückblick eines reifen Künstlers über sein vergangenes Leben. Es entstand eine dichte Partitur für großes Orchester mit vertrackter Rhythmik, ständig changierenden Motivbezügen und Anspielungen an frühere Werke.
- Josef Suk (1874–1935)
- Lebensreife op. 34; Märchen eines Winterabends op. 9
- Orchester der Komischen Oper Berlin, Kirill Petrenko
- CD (Shop)
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun.
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 17.10.2008
Tags: Antonio Rosetti, Bruno Walter, cpo, Georg Philipp Telemann, Jacques Offenbach, Josef Suk, Mozart
Sinfonien eines Urmusikanten
Kabalevsky gilt Vielen heute noch als komponierender Handlanger des sowjetischen Regimes. Es gibt denn auch im Westen kaum Literatur über ihn, der ja immerhin einer der wichtigsten, versiertesten und meistgespielten Komponisten Sowjetrusslands war. In der langen Zeit des kalten Krieges hatte sich eh nachhaltig das Vorurteil eingenistet, die sowjetischen Komponisten seien letztlich vor allem Propagandisten der kommunistischen Weltanschauung bolschewistischer Couleur. Hier tut Differenzierung Not! Unsere Gesamteinspielung der vier Sinfonien Kabalevskys – die Dritte »Requiem für Lenin« sogar in Ersteinspielung! – zeigt da überhaupt keinen Propagandakomponisten, sondern eine »ausdrucksvoll-romantische Musikantenseele voller Energie«, wie unser Booklet-Autor Christoph Schlüren konstatiert.
- Dimitri Kabalewsky (1904–1987)
- Sämtliche Symphonien
- NDR Chor, The Choir of Hungarian Radio, NDR Radiophilharmonie, Eiji Oue
- 2 CDs (Shop)
Nerudas galanter Stil
Nach seiner Ausbildung in Prag spielte der böhmische Komponist Neruda zuerst im dortigen Theaterorchester. 1750 wurde er Violinist, später war er bis 1772 Konzertmeister der Dresdener Hofkapelle. Die Triosonaten boten für Neruda eine Gelegenheit, seine »galanten und gefälligen Gedanken« in einer bei Liebhabern sehr verbreiteten Form zu präsentieren: Kurze Motive in allerlei Abwandlungen und Wiederholungen bilden mit dem schwungvollen Themenkopf am Anfang jeder Sonate wesentliche Erkennungsmerkmale des galanten Stils, der sich auch in dem Fagottkonzert wiederfindet.
- Johann Baptist Georg Neruda (1711–1776)
- Triosonaten Nr. 2, 4–6; Concerto C-Dur für Fagott, 2 Violinen, Viola, Bc
- Sergio Azzolini (Fagott), Parnassi musici
- CD (Shop)
Telemanns Kapitänsmusik 1724
Als reichsunmittelbare Stadt hatte Hamburg für seine Verteidigung selbst Sorge zu tragen. Seit 1619 gab es eine feste Institution für diese Verteidigung: die Bürgerwache. Die verantwortungsvollste Position kam den 57 Kapitänen zu. Den gebührenden Dank für diese bedeutungsvolle Tätigkeit entrichtete die Stadt in Form der nahezu alljährlichen Festmahle. Und natürlich einer großen, zweiteiligen Festmusik. Von den ca. 30 »Bürgerkapitänsmusiken«, die Telemann zwischen 1723 und 1767 schrieb, sind leider nur neun Werke vollständig erhalten. Die haben es aber in sich und zeigen, dass wir es hier beileibe nicht mit nebensächlichen Gelegenheits- und Auftragswerken zu tun haben, sondern mit Oratorien von höchstem Rang innerhalb Telemanns Schaffen.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Hamburgische Kapitänsmusik 1724 TVWV 15:2
- Magdalena Podkoscielna, Andreas Post, Matthias Vieweg, Ekkehard Abele, Telemannisches Collegium Michaelstein, Ludger Rémy
- Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
- SACD (Shop)
Norddeutsche Orgel-Entdeckungen – Vol 5
Zwei eher unbekannten Meistern ist das Vol 5 unserer Entdeckungsreise durch das norddeutsche Orgelbarock gewidmet: Melchior Schildt und Peter Morhard. Die Berufsstationen Schildts sind immerhin bekannt: Wolfenbüttel, Kopenhagen (als Hoforganist König Christians IV.) und dann bis zum Lebensende Hannover. Er war zeitlebens hochgeachtet als berühmter Orgelvirtuose, der durch Ausdruckskraft und Originalität überzeugte. Zu Peter Morhard sind nur spärliche biographische Angaben vorhanden: von 1662 bis zu seinem Tod 1685 war er Organist an der Michaeliskirche Lüneburg.
- Melchior Schildt (1593–1667)
- Sämtliche Orgelwerke
- Peter Morhard (gest. 1685)
- Sämtliche Orgelwerke
- Friedhelm Flamme/Gerhard-von-Holy-Orgel Bartholomäuskirche Dornum
- Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
- SACD (Shop)
Klöcker spielt Pleyel
Pleyels umfangreiches OEuvre »schlummert« auch heute noch weitestgehend in Archiven. Dabei fand der Meisterschüler Haydns damals eine hohe Anerkennung als Instrumentalkomponist, weil er es verstand, sich international an verschiedenen Stilen zu orientieren. Seine Klarinettenkonzerte gehören zweifellos zu seinen wichtigsten Stücken. Jost Michaels ordnet das 1. Konzert sogar als das wichtigste Klarinettenkonzert vor Mozart ein. Faszinierend, wie Pleyel mit seinem schlichten Anfangsthema einen Weg durch das Konzert geht, das nach einem langsamen Satz in die virtuose Auflösung des Rondos mündet. Und auch in seinem Klarinetten-Doppelkonzert, der »Sinfonia Concertante «, zeigt sich, in welchem Maße er die ganze Palette des Instruments auszunutzen versteht.
- Ignaz Pleyel (1757–1831)
- Klarinettenkonzerte Nr. 1 & 2 / Sinfonia concertante B-Dur für 2 Klarinetten & Orchester
- Dieter Klöcker, Sandra Arnold, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Sebastian Tewinkel
- CD (Shop)
Goldmarks Klavierquintette
Goldmark gehört auch zu jenen Komponisten, deren einstmals strahlender Ruhm zu einem blassen Schimmer verkümmert ist. Dabei hatte Goldmark eine Riesenkarriere gemacht: Vom Sohn eines armen jüdischen Kantors in der ungarischen Provinz, zu Beginn ohne Schulunterricht, bis zum Professor für Komposition und Komponisten in Wien. In seinen Klavierquintetten zeigen sich typische »goldmarkige« Erfindungen: In dem 1879 als Opus 30 gedruckten Quintett finden sich raffinierteste Instrumentaleffekte und eine modulatorische Beweglichkeit, die ihre Wurzeln bei Franz Schubert zu haben, diesen aber noch in den Schatten zu stellen scheint. Auch in seinem späten Quintett op. 54 finden sich trotz »moderner« Anklänge seine typischen Umgehensweise mit Harmonik, verschärfter Motivik und permanenten Modulationen – ein Spätwerk, das die unverbrauchte musikalische Kraft Goldmarks hörbar macht.
- Karl Goldmark (1830–1915)
- Klavierquintette opp. 30 & 54
- Oliver Triendl (Klavier), Quatuor Sine Nomine
- CD (Shop)
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 4.8.2008
Tags: CDs, cpo, Dimitri Kabalewsky, Georg Philipp Telemann, Ignaz Pleyel, Johann Baptist Georg Neruda, Karl Goldmark, Melchior Schildt, Peter Morhard, Super Audio CDs
