Es wurde ein triumphales Ereignis, als Vladimir Horowitz im Mai 1986 nach langer Abstinenz wieder ein Konzert in Berlin gab. Die Ankündigung dieses Ereignisses sorgte im Nu dafür, dass sämtliche Karten binnen weniger Stunden verkauft waren. In den Archiven des rbb wurde der Mitschnitt des Konzerts, das der Sender Freies Berlin damals übertrug, wiederentdeckt. Dieses sorgfältig remasterte Dokument hat Sony Classical nun in zwei Varianten veröffentlicht. Es gibt sowohl die Radio-Edition (Shop) mit allen Ansagen und Pausengesprächen sowie die Konzertversion als Deluxe-Ausgabe (Shop, in einem 100-seitigen Booklet mit bisher unveröffentlichten Fotos und Dokumenten, Texten über die Beziehung von Horowitz zu Berlin und zur Entstehung des Konzerts). Details zu dieser Sternstunde des Konzertlebens finden Sie auf der zweiten Umschlagseite im aktuellen courier.
Ton Koopmans bahnbrechende Einspielung sämtlicher (überlieferter) Bach-Kantaten gibt es nun endlich in einer preiswerten Box (Shop). Neben den geistlichen und weltlichen Kantaten sind auch die Messen BWV 233-236 sowie die kürzlich wiederentdeckte Aria BWV 1127 enthalten. Als Bonus und exklusiv bei jpc gibt es die DVD mit Bachs Matthäus-Passion – natürlich unter Koopmans Leitung – dazu. Außerdem hat Ton Koopman die ersten 100 Boxen für uns signiert.
Unter dem Titel »Sacrificium« erscheint in diesen Tagen bei Decca Cecilia Bartolis neue CD (Shop) mit Arien aus barocken Opern, die damals von Kastraten gesungen wurden. Gemeinsam mit den Barockspezialisten »Il Giardino Armonico« ist ihr ein fulminantes Album gelungen, auf dem zahlreiche Weltpremieren zu hören sind. Die limitierte Erstauflage enthält eine Bonus-CD mit drei legendären Kastraten-Arien.
Hohe Auszeichnung für unser Label cpo: Burkhard Schmilgun wird für seine Repertoirepolitik mit der Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik 2009 geehrt. Besonders das Engagement des Produzenten für verschollene und als »Kleinmeister« abgetane Komponisten hielt die Jury für auszeichnungswürdig.

Die Münchner Plattenfirma ECM wird in diesen Tagen 40 Jahre alt. Berühmt geworden ist das Label insbesondere durch das »Köln Concert« von Keith Jarrett und »Officium« mit dem Hilliard Ensemble und Jan Garbarek (diese CDs haben längst Schallplattengeschichte geschrieben), aber auch Aufahmen von Werken des seinerzeit völlig unbekannten Komponisten Arvo Pärt gehören zu den Pioniertaten dieses außergewöhnlichen Labels. ECM lässt uns an seinem Jubiläum teilhaben, indem viele Titel zeitlich limitiert im Preis gesenkt wurden. Auf Seite 61 im aktuellen courier finden Sie die ersten 15 Klassik-Highlights, im nächsten courier wird es eine zweite Staffel geben. Auch ein Blick in den Jazzteil lohnt sich, hier gibt es weitere Meilensteine mit Keith Jarrett, Jan Garbarek, Pat Metheny, Chick Correa und Co. zum Angebotspreis. Eine komplette Titelübersicht gibt es im Internet unter www.jpc.de/ecm.

Ihre neue CD widmet Sol Gabetta drei Meistern der Klassik: Neben Joseph Haydns Cellokonzert C-Dur und dem bisher kaum bekannten Cellokonzert D-Dur von Leopold Hofmann gibt es als Besonderheit ein Cellokonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier handelt es sich nicht um ein wiederentdecktes Originalwerk, sondern um die Bearbeitung des Flötenkonzerts KV 314. Das Arrangement stammt von George Szell und Sol Gabetta. Die ersten 200 Exemplare ihrer soeben bei RCA erschienenen CD hat Sol Gabetta exklusiv für jpc signiert (Shop).

Unsere zweite Umschlagseite des couriers steht ganz im Zeichen der Oper. Das Label Decca hat sämtliche Mozart-Opern der damaligen Philips-Edition in einer 44-CD-Box vereint (Shop). Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1971–1990. Sänger/innen wie Jessye Norman, Kiri te Kanawa, Montserrat Caballe oder Peter Schreier sowie die Dirigenten Leopold Hager, Colin Davis und Neville Marriner garantieren zeitlose Qualität. Decca bringt ebenfalls die kompletten Esterhaza-Opern Joseph Haydns in einer preiswerten Box heraus (Shop). Der Dirigent Antal Dorati nahm in den Jahren 1975–1980 diese selten zu hörenden Werke für Philips auf. Die Wiederveröffentlichung ist ein bedeutender Beitrag zum Haydn-Jahr.

Die Quellen werden mehr und die Hinweise verdichten sich; Decca selbst sagt noch immer nichts dazu: Das Aus des Traditionslabels Decca scheint tatsächlich kurz bevorzustehen, wie wir bereits vor über zwei Monaten gemeldet hatten. Zumindest im Bezug auf Neuproduktionen hat man anscheinend schon den Stecker gezogen. Mehr weiß sueddeutsche.de.

Aus England erreichte uns eine Nachricht, die wir so recht nicht glauben konnten und wollten. Demnach ist wohl geplant, das traditionsreiche Label Decca in Kürze zu schließen. Obwohl mit der Geigerin Julia Fischer erst kürzlich ein Exklusivvertrag geschlossen wurde und sich ihre brandneue CD mit Violinkonzerten von Bach schnell zum Bestseller entwickelt hat, obschon dem Ensemble »Il Giardino Armonico« auf Deccas Unterlabel »L’Oiseau lyre« mit der Neuaufnahme der Concerti grossi op. 6 von Händel eine fulminante und auch gut verkäufliche Einspielung gelungen ist, scheint das Ende von Decca besiegelt. Warum das Label mit einer derartigen Schallplattengeschichte und solchen Künstlern wie Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Juan Diego Florez (um nur einige zu nennen) die Segel streicht, erschließt sich auch bei längerem Nachdenken nicht. Es wäre nicht das erste Mal, dass es sich schlicht und ergreifend um eine kapitale Fehlentscheidung eines Managements handelt, das die Folgen einer solchen Entscheidung nicht absehen kann oder will. Parallelen zur momentanen Wirtschaftskrise aufgrund eben solcher Fehlentscheidungen müssen nicht zufällig sein. Schade, dass die Substanz dieser Firma, nämlich wunderbare Aufnahmen mit außerordentlichen Künstlern, bei den Entscheidern keine Rolle mehr zu spielen scheint.

Dass fünf Symphonien des nahezu unbekannten Komponisten Henri-Joseph Rigel nun wieder zugänglich sind, verdanken wir den Entdeckerfreuden des Concerto Köln. Der 1741 in Wertheim geborene und dann nach Paris übergesiedelte Komponist war zu seinen Zeiten ein angesehener Musiker, geriet nach seinem Tod aber schnell in Vergessenheit. Leider – denn wenn man die soeben bei Berlin Classics erschienenen Symphonien hört, wird schnell klar, dass Rigel ein Meister seines Fachs war. Beim Concerto Köln ist die Musik in besten Händen und es bleibt zu hoffen, dass weitere musikalische Schätze gehoben werden (Shop).

Wie im britischen Evening Standard berichtet wurde, scheint das Ende des Traditionslabels Decca direkt bevorzustehen. Obwohl Julia Fischers Debütalbum mit Violinkonzerten von Bach (Shop) gerade riesige Verkaufserfolge feiert, verdichten sich die Gerüchte, dass Decca innerhalb der nächsten zwei Wochen die Pforten schließen muss.

Schaut man sich die Geschichte von Decca an, begegnet man Namen wie Louis Armstrong, Bing Crosby, Joan Sutherland und Luciano Pavarotti, The Rolling Stones und anderen Größen im Musikgeschäft von den 30ern bis in die heutige Zeit (die Beatles gehörten nicht dazu, aber das ist eine andere Geschichte). Eine Übersicht liefert die deutsche Wikipedia.

Im verlinkten Artikel ist allerdings auch davon die Rede, dass der berühmte Sound der Decca-Produktionen schon lange nicht mehr auf dem Niveau der guten alten Zeit ist. Es wird gar vermutet, dass ein Album wie das von Julia Fischer in den Höchstzeiten von Decca nicht in dieser Form veröffentlicht worden wäre. Der Klang sei zu schlecht ausbalanciert und von überzogener Klarheit; kein Vergleich zum Sound früherer Decca-Produktionen.

Nun ist uns natürlich bekannt, dass es unter unseren Kunden eine große Zahl an Decca-Freunden gibt. Wie sehen Sie das angekündigte Aus des Traditionslabels?