Von Hanswurst und Colombine
Marionetten- und Puppentheater mit Musik waren und sind in Österreich immer äußerst beliebt. Noch heute gibt es in Salzburg ein Marionettenoperntheater. Zwischen 1773 und 1779 gab es auch in der Sommerresidenz des Fürsten Nikolaus Esterházy auf Esterháza (im heutigen Ungarn gelegen) eine Marionettenbühne, und zu dieser Zeit war Haydn oberster Kapellmeister am Hofe. So entstand um 1776 »Die Feuersbrunst«: Haydn verwendet nicht nur Wiener Dialekt, sondern zeigt uns eine der letzten Hanswurst-Komödien, in der alle Sympathien dem armen Burschen aus dem Volk gelten. In ihrer Volkstümlichkeit und Deftigkeit scheint dieses köstliche Singspiel für die Dienerschaft geschrieben zu sein. Haydn folgt letztlich hier dem gleichen Prinzip der Volkstümlichkeit wie nach ihm Mozart in seiner »Zauberflöte«. Eine wahre Entdeckung zum Haydn-Jahr!
- Joseph Haydn (1732–1809)
- Die Feuersbrunst (oder »Das abgebrannte Haus«) (Marionetten-Singspiel H29b:A)
- Otto Katzameier, Andreas Karasiak, Isa Katharina Gericke, Capella Augustina, Andreas Spering
- 2 CDs (Shop)
Eine Operette vom Ziehrer
Johann Strauß hielt nichts von ihm, und würde man Ziehrer als seinen Konkurrenten bezeichnet haben, wäre er gekränkt gewesen: »Talent! Das hat der gute Ziehrer nicht und so hilft alles nichts …« schrieb er über den neuen Rivalen. Doch Ziehrer mauserte sich: 1885–93 war er Chefdirigent der berühmten »Hoch- und Deutschmeister-Kapelle« und wurde hier zum Inbegriff des feschen Militärkapellmeisters und 1907 wurde er gar zu Strauß’ Nachfolger als k.&k.-Hofballmusikdirektor. Seine Stärke waren schmissige, einprägsame melodische Einfälle, das Instrumentieren und Arrangieren in den Operetten überließ er lieber Anderen. So ist es ziemlich wahrscheinlich, dass der Arrangeur seiner bezaubernden Operette »Die drei Wünsche« kein Geringerer als Alexander Zemlinsky war. Wie dem auch sei: Das Musik Theater Schönbrunn mit seinem Leiter Herbert Mogg hat damit eine lohnende Ausgrabung gemacht.
- Carl Michael Ziehrer (1843–1922)
- Die drei Wünsche
- Volker Vogel, Donna Ellen, Valeriy Serkin, Anna Siminska u. a., Chor & Orchester des Musik Theaters Schönbrunn, Herbert Mogg
- 2 CDs (Shop)
Ein niederländischer Beethoven
Wilms, geboren im Bergischen Land, sein Berufsleben dann aber vollständig in Amsterdam verbringend, hat ein beachtliches Lebenswerk hinterlassen. Seine Anfangserfolge waren sehr groß: »Dieser noch junge Komponist, voll Leben, Feuer und Anmuth, wird seinen Ruf bald überall verbreitet haben.« (AMZ 1807) Seine Musik aber hatte das Pech, dass sie öffentlich bekannt wurde, als sich ein Kanon von musikalischen Werken am Vorbild der Musik Beethovens zu bilden begann. Und gegenüber Beethovens Werken hatte Wilms’ Musik keine Chance: Etwa zwei Jahrzehnte lang waren seine Werke beliebt, dann fielen sie der Vergessenheit anheim. Dass seine Musik dennoch lebensfähig und eigenständig ist, zeigt unsere Einspielung.
- Johann Wilhelm Wilms (1772–1847)
- Symphonien Nr. 1 C-Dur op. 9 & Nr. 4 c-moll op. 23; Ouvertüre D-Dur
- NDR Radiophilharmonie, Howard Griffiths
- Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
- SACD (Shop)
Norddeutsche Orgel-Entdeckungen – Vol. 7
Einem weiteren Meister ist Vol. 7 unserer Entdeckungsreise durch das norddeutsche Orgelbarock gewidmet: dem in Hamburg geborenen Johann Praetorius, der eines von sieben Kindern des Organisten Hieronymus Praetorius gewesen ist und der ab 1612 in Hamburg das Amt des Organisten und Kirchenschreibers an St. Nikolai innehatte.
Erst kürzlich wies ihm die Musikwissenschaft Orgelwerke zu, die bisher unter anderen z. T. berühmten Namen firmierten. Die Werke sind ausschließlich choralgebunden und beruhen sowohl auf gregorianischen als auch auf reformatorischen Cantus firmi. In allen Werken zeigt sich durch kontrapunktische Meisterschaft und Vielfalt der Satzstrukturen eine Qualität, die durchaus den zeitgenössischen Werken anderer entspricht.
- Johann Praetorius (1595–1660)
- Ausgewählte Orgelwerke
- Friedhelm Flamme/Orgel Peter-und-Paul-Kirche Klostergut Holthausen
- Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
- SACD (Shop)
Weitere Rosetti-Hornkonzerte
Kein Instrument war im 18. Jahrhundert so sehr eine Domäne der Böhmen wie das Horn, und es verwundert nicht, dass auch Rosetti zahlreiche Hornkonzerte komponiert hat. Nach unserer bereits veröffentlichten CD mit Doppelhornkonzerten (Shop) stellen wir jetzt neben einem weiteren Doppelhornkonzert auch zwei Solohornkonzerte Rosettis vor.
Unsere Interpreten Klaus Wallendorf und Sarah Willis zeigen erneut in ausgedehnten, technisch höchst anspruchsvollen und schnellen Passagen ihre virtuosen Fähigkeiten. Neben motivischen und dynamischen Kontrasten stehen ausdrucksvolle Kantilenen der Soloinstrumente.
- Antonio Rosetti (1750–1792)
- Hornkonzerte Murray C48 & C50; Konzert für 2 Hörner & Orchester Murray C61; Andante aus Konzert für 2 Hörner & Orchester Murray C55Q
- Klaus Wallendorf, Sarah Willis, Kurpfälzisches Kammerorchester, Johannes Moesus
- CD (Shop)
Streichquartette von Herzogenberg
Auf drei CDs wird cpo sämtliche Streichquartette vorstellen, z. T. kombiniert mit weiterer Kammermusik des zu Unrecht vergessenen Komponisten. Auf Vol. 1 veröffentlichen wir sein 5. Streichquartett op. 63, das Herzogenbergs letzter Beitrag zu dieser Gattung gewesen ist und dessen feuriges Finale mit kraftvoller, ländlich-burlesker und temperamentvoller Thematik der absolute »Highlightsatz« des Werkes ist. Der Pianist Oliver Triendl stellt dann noch mit dem Minguet Quartett Herzogenbergs Klavierquintett op. 17 vor, das Alfred Volkland gewidmet ist und über das sich Hermann Kretzschmar, Nachfolger Volklands als Dirigent des Bach-Vereins, wie folgt äußerte: »Endlich wagt es wieder einmal Einer, keinen Sonatensatz zu schreiben. Es sieht zwar fast so aus, als wäre ein zweites Thema da, eigentlich aber bleibt das Hauptthema mit seinem prononcirtesten rhythmischen Motive immer auf dem Posten«.
- Heinrich von Herzogenberg (1843–1900)
- Streichquartett op. 63 f-moll;
- Klavierquintett op. 17 C-Dur
- Oliver Triendl (Klavier), Minguet Quartett
- CD (Shop)
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 25.6.2009
Schlagwörter: Antonio Rosetti, Carl Michael Ziehrer, CDs, cpo, Haydn, Heinrich von Herzogenberg, Johann Praetorius, Johann Wilhelm Wilms, Klassik, Super Audio CDs
Kloses »Ilsebill«
Der Untertitel »Das Märlein von dem Fischer und seiner Frau« weist auf das bekannte Grimmsche Märchen hin. Die Oper jedoch weicht in einigen Elementen von der Märchenvorlage ab. Die Fischersfrau Ilsebill strebt stets nach Höherem und möchte schließlich sogar Gott sein, was dazu führt, dass Fischerin und Fischer zu guter Letzt nach einer Naturkatastophe – einem musikalisch reinigenden Gewitter – wieder in ihrem Baumstamm am See wohnen.
In »Ilsebill« hat die Musik die Vorherrschaft. Darauf deutet schon Kloses Bezeichnung »dramatische Symphonie« hin. Der Neuromantiker Klose wurde vor allem für seine originelle Orchestrierung und Instrumentation bewundert. Nach der Uraufführung 1903 erhielt »Ilsebill« viel Anerkennung und Lob. Wagners Einfluss ist mitunter unverkennbar, aber dennoch ist die Musik mit ihrem der Handlung entsprechenden traumhaften Charakter selbst bei den mächtigsten Natur-Kraftentfaltungen nie gewalttätig und bietet selbstständige und prägnante Wendungen und Art der Steigerungen.
- Friedrich Klose (1862–1942)
- Ilsebill
- Norbert Schmittberg, Sabine Türner, Jaroslaw Sielicki, Chöre des Theater Aachen, Aachen SO, Marcus Bosch
- 2 CDs (Shop)
Ein typisches Grenzschicksal
1819 wurde er als preußischer Bürger in einem Vorort bei Saarbrücken namens Goffontaine geboren. Zwischen Polen, Deutschland und Frankreich spielte sich denn auch sein weiteres künstlerisches Leben ab. Als Gouvy starb, wurde er in Deutschland für einen Franzosen und in Frankreich für einen Deutschen gehalten. Seltenheit dürfte auch haben, dass er sowohl Mitglied im »Institut des Beaux Arts« als auch in der »Preußischen Akademie der Künste« war: Deutsch-französische Freundschaft in personam. Jedoch ging Gouvy der in Frankreich allein gültigen Gattung der Oper konsequent aus dem Weg und komponierte vornehmlich Sinfonien. Diese wurden allerdings in Deutschland sehr geschätzt: Kein anderer ausländischer Komponist wurde in den 1850er Jahren in Leipzig so häufig gespielt wie Gouvy.
- Louis Théodore Gouvy (1819–1898)
- Symphonie Nr. 3 C-Dur op. 20; Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 30
- Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Jacques Mercier
- CD (Shop)
Grauns Große Passion
Neben 28 Opern hinterließ der preußische Hofkapellmeister C. H. Graun noch eine große Zahl von Kirchenmusik, von der vor allem seine erfolgreiche Passionskantate »Der Tod Jesu« eine weite Verbreitung fand und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder aufgeführt wurde. Vorher hatte Graun aber bereits drei weitere Passionen komponiert, u. a. die in Wolfenbüttel um 1730 entstandene Passion »Kommt her und schaut«, deren Umfang von 66 Nummern ihr den Titel »Große Passion« eintrug. Dieses Werk zeigt durch eine enorme Vielfalt der Formen, Besetzungen und Satztypen sowie durch eine intensive innere Dynamik die erstaunliche Reife des damals ungefähr 25-jährigen Komponisten und rechtfertigt, »Kommt her und schaut« als ein Meisterwerk der norddeutschen Passionskantate zu bezeichnen.
- Carl Heinrich Graun (1703–1759)
- Große Passion (Graun WV B: VII: 5)
- Veronika Winter, Hilke Andersen, Markus Schäfer, Ekkehard Abele, Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert, Hermann Max
- 2 CDs (Shop)
Weingartners Hommage an Schubert
Seine sechste Sinfonie schrieb Felix Weingartner 1928, dem Jahr also, in dem in großem Maße des 100. Todestages Franz Schuberts gedacht wurde. Schubert war für ihn immer ein Fixstern gewesen und klarer (und früher) als manch Anderer hat er die tragische Seite und Größe des oft als harmloser, idyllischer Liedsänger missverstandenen Komponisten erkannt. So schrieb er einmal vom »tragischen Antlitz« Schuberts, »im Sinne eines Kindes, das aus einer höheren Welt auf unsere Erde gefallen ist und sich hier nicht zurechtfinden, aber auch nicht klar erkennen kann, warum es sich nicht zurechtfindet.«
Weingartner schrieb eine Schubert-Würdigung in Form einer Sinfonie: »Ich sah Schubert einsam dahinschreiten und mit schmerzlichem Ausdruck auf seine geliebte Vaterstadt herniederblicken: Habe ich meinen ganzen Reichtum über euch ausgeschüttet, damit ihr mich so feiert? Und da begann es zu klingen. Zuerst wusste ich nicht, was es werden solle. Dann formte es sich allmählich, bis es eine viersätzige Symphonie wurde.«
- Felix Weingartner (1863–1942)
- Symphonie Nr. 6 op. 74 »La Tragica«; Frühling op. 80
- Sinfonieorchester Basel, Marko Letonja
- Sound: stereo und multichannel (Hybrid)
- SACD (Shop)
Telemann, Bläserkonzerte Vol. 4
Die fünf Werke der vierten Folge sämtlicher Bläserkonzerte zeigen uns Telemann auf der Höhe seiner Meisterschaft als Konzertkomponist: Alle Kompositionen bieten originelle Lösungen der Problemstellung, eine melodiegesättigte und ungezwungen fließende, dabei aber ausdrucksstarke und satztechnisch anspruchsvolle Konzertmusik zu schaffen, die sich von den italienischen Vorgaben des dreisätzigen Solokonzerts deutlich emanzipiert. Die Konzerte sind in enger zeitlicher Nachbarschaft entstanden und weisen trotz stilistischer Geschlossenheit verschiedene Stilelemente in Richtung Frankreich, Polen sowie Anlehnungen an Naturklänge und pastorale Grundstimmungen auf.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Konzert für 2 Blockflöten, Streicher, Bc TWV 52:a2; Konzert für Traversflöte, Streicher, Bc TWV 51:D2; Konzert für Oboe d’amore, Streicher, Bc TWV 51:A2; Konzert für 2 Traversflöten, Fagott, Streicher, Bc TWV 53:h1; Oboenkonzert TWV 51:e1
- La Stagione Frankfurt, Michael Schneider
- CD (Shop)
Neues von Louise Farrenc
Kurz nach ihrer ersten Symphonie komponierte Farrenc ihr erstes Klaviertrio, das sie selbst als Pianistin zusammen mit zwei Kollegen aufführte. Wie in allen ihren Kammermusikwerken ist der Klavierpart sehr anspruchsvoll. Das Trio steckt voller Energie, Dynamik und überraschender Details. In dem dritten Klaviertrio ist die Violine durch eine Klarinette bzw. eine Flöte ersetzt, und es ist eines der wenigen Werke, die in der zeitgenössischen Fachpresse gewürdigt wurden: »Reinheit des Stils, formale Perfektion, Anmut und Eleganz«. Auch das Sextett ist enorm reich an musikalischen Einfällen, und stellt das früheste Beispiel für die Besetzung mit Klavier und Bläserquintett dar. Die Flöte vervollständigt die Bläsergruppe zum Quintett, sodass dem Klavier eine eigenständige Klanggruppe gegenübersteht.
- Louise Farrenc (1804–1875)
- Sextett op. 40 für Klavier und Bläserquintett; Klaviertrio Es-Dur op. 33 Nr. 1; Trio Es-Dur op. 44 Nr. 3 für Klavier, Klarinette, Violine
- Linos Ensemble
- CD (Shop)
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 6.4.2009
Schlagwörter: Carl Heinrich Graun, CDs, cpo, Felix Weingartner, Franz Schubert, Friedrich Klose, Georg Philipp Telemann, Klassik, Louis Théodore Gouvy, Louise Farrenc, Super Audio CDs
Johann Strauss – wiederentdeckt
»Der neuen Partitur lässt sich viel Gutes nachrühmen. Sie waltet nicht bloß so freigebig mit anmuthigen Melodien, sie schmiegt sich auch mit lobenswerther Treue und Feinheit dem Worte und der Situation an. Und wie schön klingt sein Orchester!« So stand es 1880 in der Wiener Presse nach der Uraufführung von Johann Strauss’ siebter Operette »Das Spitzentuch der Königin«. Durch den Walzer »Rosen aus dem Süden« sind die Melodien dieses fast vergessenen Werkes auch uns noch geläufig. Dabei ist es ein Meisterwerk und hat durchaus eine Renaissance verdient. Wie auch andere Operetten des Walzerkönigs neben der Fledermaus.
In Wien entsteht gerade die »Neue Johann Strauss Gesamtausgabe« mit vorbildlichen kritischen Editionen, die Staatsoperette Dresden produziert ausgewählte Werke daraus auf der Bühne, und cpo nimmt das Ganze für CD auf: Freuen Sie sich schon auf den »Carneval in Rom« und »Prinz Methusalem«.
- Johann Strauss II (1825–1899)
- Das Spitzentuch der Königin
- Stefanoff, Glatte, Kottmair, Simon, Liske, Brachmann, Gnauck, Chor und Orchester der Staatsoperette Dresden, Ernst Theis
- 2 CDs (Shop)
Korstick spielt Reger und Busoni
»Das Werk ist sehr schwer … Es ist sozusagen eine Art Brahms d-moll Konzert ins Moderne übertragen«, schrieb Reger. Und genau wie das Brahms Konzert erlebte Regers Opus ein Fiasko: »eine neue Fehlgeburt der in Inzucht verkommenen Reger-Muse, nur im ersten Satz halbwegs erfunden, im übrigen schematisch er-Regert« – das ist so boshaft wie sprachlich gewitzt. Für den Komponisten war es allerdings eine herbe Enttäuschung: »Die Tonsprache ist zu herb und ernst, da muss sich das Publikum erst daran gewöhnen«. Leider hat sich das Publikum bis heute nicht daran gewöhnt, vielleicht aber auch, weil es ihm so gut wie nie angeboten wird: Pianisten machen einen weiten Bogen um das als »Schinken« verrufene Konzert. Diese Werk-Malaise muss einen Pianisten wie Michael Korstick herausfordern und mit intellektueller Grazie stellt er sich dem Feind – und gewinnt. Absolut aufregend!
- Max Reger (1873–1916)
- Klavierkonzert op. 114
- Bach/Busoni
- Klavierkonzert nach BWV 1052
- Michael Korstick, RO München, Ulf Schirmer
- CD (Shop)
Ein Erbe Carl Nielsens
Simonsen war zu Lebzeiten eine der bekanntesten Persönlichkeiten des dänischen Musiklebens – und das nicht nur als Komponist, sondern auch als Pianist, Lehrer, Administrator, Dozent und Autor. Er gehörte zu der Generation nach Carl Nielsen, die unter vollen Segeln fahren konnte, weil ihr Nielsen den Weg gewiesen hatte. Simonsen war ein außerordentlicher Idealist und von seltenster humanistischer Bildung: So beherrschte er fließend Griechisch, Lateinisch und Hebräisch. Er entstammte der jüdischen Mittelschicht Kopenhagens, und wenn er auch vom orthodoxen Judentum weit entfernt war, so fühlte er sich doch in kultureller Hinsicht mit der jüdischen Geschichte verbunden.
Seiner ersten Sinfonie, die übrigens 1920 von Carl Nielsen in Göteborg uraufgeführt wurde, gab er denn auch den programmatischen Titel »Zion«. Zum ersten Mal hat hier ein jüdischer Komponist in Dänemark ein Werk geschrieben, das sich ganz direkt mit der jüdischen Kultur auseinandersetzt.
- Rudolph Simonsen (1889–1947)
- Symphonien Nr. 1 & 2; Ouvertüre g-moll
- Sønderjyllands SO, Israel Yinon
- CD (Shop)
Fescas Flötenquartette
Selber ein exquisit ausgebildeter Geiger, wundert es nicht, dass vor allem seine meisterlich gearbeiteten Streichquartette früh den guten Ruf von Fesca als Komponist festigten. Aber die Qualität und das Originelle der Streichquartette findet sich durchaus auch in seinen Flötenquartetten wieder. Die viersätzigen Werke sind von großer formaler und konzeptioneller Einheitlichkeit. Die Schönheit liegt nicht in hervorstechenden Einzelheiten oder einprägsamen Melodien. Fescas Personalstil offenbart vielmehr kleine Abweichungen von der Norm vorgegebener Strukturen, vereint mit einem feinen Sinn für die Integrationsfähigkeit des klassischen vierstimmigen Satzes. Drei von den vier Quartetten werden hier frisch und mitreißend interpretiert von dem Linos Ensemble, von dem wir auf cpo bereits die wunderbaren Einspielungen der Septette von Alexander Fesca, dem Sohn von Friedrich Ernst Fesca, kennen.
- Friedrich Ernst Fesca (1685–1759)
- Flötenquartette op. 37, 38, 40
- Linos Ensemble
- CD (Shop)
Selles Auferstehungshistorie
Unter dem Titel Opera omnia hinterließ der aus Sachsen stammende Selle der Stadt Hamburg mit seinem gesamten musikalischen Nachlass handschriftliche Abschriften von den meisten seiner geistlichen Werke, die auch in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg aufbewahrt werden. Selle, der seine Ausbildung in Leipzig absolvierte, war ab 1641 u. a. Musikdirektor der vier Hauptkirchen Hamburgs und schuf für die Feste des Kirchenjahres eine bedeutende Reihe von musikalischen Historien sowie Vertonungen des Passionsberichtes im Johannesevangelium. Bei den hier eingespielten geistlichen Werken für Ostern wird deutlich erkennbar, das für Selle die klangfarbliche Facette ein ähnlich großes Gewicht wie deren melodische harmonische oder kontrapunktische Gestaltung hatte. Bei der Auferstehungshistorie setzt Selle auf eine affektbetonte Textausdeutung, was sein Interesse an einer moderneren, dramatischen Gestaltungsweise erkennen lässt.
- Thomas Selle (1599–1663)
- Historia der Auferstehung; Geistliche Konzerte & Motetten zum Osterfest
- Weser-Renaissance, Manfred Cordes
- CD (Shop)
Mendelssohns »Israel in Ägypten«
Mit kaum einem anderen Werk des 18. Jahrhunderts hat Mendelssohn sich während seiner Dirigentenkarriere so häufig auseinandergesetzt wie mit Händels Oratorium »Israel in Egpyten«. Als großer Verehrer Händels brachte er dann das Werk beim Niederrheinischen Musikfest am 26. Mai 1833 in Düsseldorf erfolgreich wieder zur Aufführung – und weitere sollten folgen. Die Partitur des Werkes hatte Mendelssohn in London entdeckt und seine kritische Überprüfung der verfügbaren Editionen anhand dieser Originalquellen zeichnete seine Aufführung aus. So fand bei der Düsseldorfer-Aufführung erstmals das Etikett »nach der Originalpartitur« Verwendung. Zusätzlich fand man mit Hilfe des Londoner Dirigenten George Smart ein altes Textbuch, das – so Mendelssohn – »unter Händel gebraucht worden«. Die durchweg positiven Zeitungskritiken zu den Aufführungen Mendelssohns lobten vor allem »die deutliche Aussprache, auf welche so selten Rücksicht genommen wird«.
- Georg Friedrich Händel (1685–1759)
- Israel in Ägypten (Fassung von Mendelssohn 1833, gesungen in deutscher Sprache)
- Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert, Hermann Max
- 2 CDs (Shop)
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 5.3.2009
Schlagwörter: Bach, CDs, cpo, Friedrich Ernst Fesca, Händel, Johann Strauss, Max Reger, Rudolph Simonsen, Thomas Selle
Vom Untergang der Titanic
Er ist derjenige schwedische Komponist, der uns noch in unserer Reihe der tonangebenden Tonsetzer des 20. Jahrhunderts fehlt: Nach Atterberg, Rangström, Peterson-Berger und Wirén jetzt also: Natanael Berg. Neben seinem medizinischen Examen studierte er auch Musik. Bergs Interesse galt dem großbesetzten, reichinstrumentierten Orchester. Seine 5 Symphonien haben alle programmatische Titel. Die zweite heißt »Die Jahreszeiten« und die erste, in der er die verschiedenen Phasen des Lebens beschreiben wollte und der er das Motto gab »Alles endet was entstehet« hat eine besondere Geschichte: »Während ich am 4. Satz komponierte, geschah etwas, das die gesamte Welt schockierte. Am 14. April 1912 kollidierte die Titanic mit einem Eisberg, und 1635 Menschen kamen ums Leben. Ich schrieb just in der leuchtendsten Tonart E-Dur, doch ich vernichtete das und beendete das Werk mit einem Trauermarsch.«
- Natanael Berg (1879–1957)
- Symphonien Nr. 1 & 2
- Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Ari Rasilainen
- CD 8996730
Von alten und neuen Quartetten
1737 erfüllte sich Telemann einen langgehegten Wunsch: Er reiste für einige Monate nach Paris. Der Aufenthalt wurde ein grandioser Erfolg. Neben vielbeachteten Konzerten erwarb er zudem ein königliches Privileg, das ihm ermöglichte, eigene Kompositionen in Paris drucken zu lassen. Mit diesem Privileg erschienen u. a. die »neuen Quatuors«, die sog. Pariser Quartette. Wir wissen nicht, ob Telemann die sechs Nouveaux Quatuors in Paris komponiert hat. Auf jeden Fall: Wo es neue Quartette gibt, muss es auch alte geben, und das waren in diesem Fall die 6 Quadri, die Telemann schon 1730 in Hamburg veröffentlicht hatte. Später hat man dann vereinfachend alle 12 Quartette »Pariser« genannt. Es ist der Höhepunkt der Telemannischen Kammermusik: Raffiniert, abwechslungsreich, phantasievoll.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Pariser Quartette Vol. 1
- John Holloway, Linde Brunmayr, Lorenz Duftschmid, Ulrike Becker, Lars-Ulrik Mortensen
- CD 1842263
Flötenkonzerte mit geistreicher Frische
Neues vom Wiener Komponisten des Sturm und Drang, der sein Gück und seinen Ruhm allerdings in Mannheim machte: Ignaz Holzbauer. Als Kapellmeister in Mannheim hatte er eine der glänzendsten Positionen jener Zeit erreicht. Neben einer stattlichen Anzahl an Kammermusik für Flöte schrieb er auch Flötenkonzerte, für die er ausschließlich die Begleitung des Soloinstruments durch ein vierstimmiges Streichorchester wählte. »Wie ein gut gemachtes Kleid«, um mit Mozart zu reden, schneidet Holzbauer in den Konzerten Melodie und Thematik auf die Bedürfnisse der Flöte zu und lässt gleichzeitig charakteristische Orchestereffekte der »Mannheimer Schule« sowie pochende Rhythmik à la Vivaldi einfließen. Mit schönem Ton, der sanglichen Melodieführung sowie lebhafter Virtuosität faszinieren auch heute noch die Konzerte Holzbauers.
- Ignaz Holzbauer (1711–1783)
- Flötenkonzerte
- Karl Kaiser, La Stagione Frankfurt
- CD 7735345
Bernardo Storace auf Cembalo und Orgel
Sämtliche biografische Daten über den italienischen Komponisten und Organisten Storace sind nur aus dem Vorwort zu seiner 1664 in Venedig veröffentlichten Sammlung »Selva di varie compositioni d'intavolatura per cimbalo et organo« überliefert. Eine Auswahl der Sammlung der zahlreichen Variationen über bekannte Tänze und Melodien der Epoche stellt Jörg Halubek, der 2004 den ersten Preis im Fach Orgel des Internationalen J.S.-Bach-Wettbewerbs in Leipzig gewann, jetzt auf cpo vor. In Storaces Werk zeigt sich die deutliche kompositorische Absicht, größere Formen zu gestalten und einzelne Variationssätze zu einem geschlossenen Stück miteinander zu verbinden. Furiose Virtuosität bis zum Ende!
- Bernardo Storace (ca. 1637–ca. 1707)
- Werke für Cembalo und Orgel
- Jörg Halubek, Cembalo & Orgel
- CD 7346557
Telemanns »Kantaten-Theater«
Selbst ein Bariton, ist es nicht verwunderlich, dass sich unter den mehr als 1400 erhaltenen Kirchenkantaten aus der Feder Telemanns auffallend viele Werke für Solo-Bass befinden. Die Kantaten weisen ein für die Zeit außergewöhnliches Element auf: die Dramatik. Unser Textautor spricht von »Geistlichem Musiktheater«. Schnell befinden wir uns mitten im Geschehen und schon bei einer der ältesten erhaltenen Kantate »Ich will den Kreuzweg gerne gehen« folgt einem dramatischem Monolog mit emotionsgeladenen Bekenntnis zum Kreuzweg zunächst ein sachlich-nüchternes Secco-Rezitativ, das dann wieder in gefühlsbetonte Arien überleitet. Und auch in den anderen Kantaten bringt Klaus Mertens u. a. die geistige Qual Jesu dem Zuhörer unwiederbringlich nahe.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Passions-Kantaten
- Klaus Mertens, Accademia Daniel, Shalev Ad-El
- CD 2464239
Ehrenrettung für Francesco Feo
Zweifellos gehört Feo zu den bedeutenden neapolitanischen Komponisten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. War doch Feo, der sein ganzes Leben in Neapel tätig war, in Italien zu seiner Zeit sehr erfolgreich und auch am sächsisch-polnischem Hof wurden Werke von ihm aufgeführt. Messen bestanden normalerweise in der neapolitanischen Kirchenmusik nur aus Kyrie und Gloria – wenn die übrigen Teile vertont wurden, waren es kaum mehr als »Anhängsel«. Letzteres trifft auch auf die hier erstmals zu hörende Messe im neapolitanischen Kirchenmusik-Stil zu. »Matthias Jung und das Vocalensemble bewiesen auch diesmal wieder Erfahrung und stilistische Sicherheit bei der Interpretation alter Musik«. (Dresdner Zeitung, Feo-Konzertkritik)
- Francesco Feo (1691–1761)
- Missa; Confitebor a 5
- Anja Zügner, Dorothea Wagner, Dominika Hirschler, Tobias Hunger, Tobias Berndt, Sächsisches Vocalensemble, Batzdorfer Hofkapelle, Matthias Jung
- CD 1899818
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 5.2.2009
Schlagwörter: Bernardo Storace, CDs, cpo, Francesco Feo, Georg Philipp Telemann, Ignaz Holzbauer, Klassik, Natanael Berg
Lehárs polnisches Meisterwerk
Ein ganz wichtiges Element in den Operetten Lehárs ist das Lokalkolorit. »Je nach Stimmung greife ich zum chinesischen … je nach Laune zum polnischen Libretto … Es wird viel amüsanter, wenn man nicht fortgesetzt an einem Werk arbeitet«, gestand er anlässlich seines 50. Geburtstages 1920 einer Zeitung. Er arbeitete zu dieser Zeit gerade an der »Gelben Jacke« dem Vorläufer des »Land des Lächelns« und an seiner »Blauen Mazur«. Letztere wurde bei der Uraufführung zu einem umjubelten Erfolg. Musikalisch ist sie eines seiner größten Meisterwerke.
Es ist die gelungene Stilmischung der Musik, die alles in der Schwebe hält, und auch in dramatischen Momenten ihre Leichtigkeit nicht verliert. Nicht nur die schmissigen Buffonummern, Tanzwalzer und die Titel Mazur(ka) belegen es, sondern auch alle drei groß angelegten Finali. Ein wahres Juwel!
- Franz Lehár (1870–1948)
- Die blaue Mazur
- Johanna Stojkovich, Julia Bauer, Johan Weigel, Jan Kobow, Hans Christoph Begemann, Kammerchor der Singakademie Frankfurt, Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Frank Beermann
- 2 CDs 3027327
… und immer wieder Pfitzner
Hans Pfitzner gehört zu den wichtigen, fast könnte man sagen Gründungskomponisten von cpo. Gut – an ihm scheiden sich die Geister, allerdings mehr an seiner historischen Gesamterscheinung als homo politicus und als Künstler. Als ersterer war er eine ziemliche Katastrophe, als letzterer ein originärer Meister ersten Ranges! Sein kammermusikalisches Hauptwerk, das Klavierquintett op. 23 fehlte bisher im cpo-Katalog – einfach, weil sich noch keine passende Interpretation gefunden hatte. Als darum Ulf Hoelscher den Wunsche äußerte, mit seinem Ensemble das expressionistische Quintett und das späte, abgeklärt heitere Sextett aufzunehmen, war die Entscheidung schnell gefallen. Freuen Sie sich auf eine exemplarische, stilbildende Aufnahme.
- Hans Pfitzner (1869–1949)
- Klavierquintett op. 23 C-Dur; Sextett op. 55 g-moll für Klarinette, Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Klavier
- Ensemble Ulf Hoelscher
- CD 8581618
Ein ungewöhnlicher Telemann-Zyklus
1731 brachte Telemann einen ungewöhnlichen Zyklus auf den Markt: »III Trietti metodichi e III Scherzi à 2 Flauti traversieri overo 2 Violini con Fondamento«. »Trietti« (kleine Trios) und Scherzi als mehrsätzige Kompositionen hatte es bis dahin nicht gegeben. Telemann befriedigte damit die Nachfrage nach »humorvollen« Scherzi und nach nicht allzu schweren Trios und darüber hinaus die Nachfrage nach praktischem Anschauungsmaterial für die »Methode« zu verzieren. Die durchweg dreisätzigen Stücke sind galant-gefällig, tänzerisch schwungvoll und das Verschmelzen der beiden Geigen in »Kürzestmotiven« trägt zum scherzhaften Charakter des Ganzen nicht unerheblich bei.
- Georg Philipp Telemann (1681–1767)
- Triosonaten »Trietti metodichi e Scherzi«; Quartett TWV 43:a1 für 2 Violinen, 2 Fagotte, Bc; Quartett TWV 43:d3 für Flöte, Violine, Fagott, Bc
- Parnassi musici
- CD 6350475
Vielseitig-Symphonisches von Röntgen
Von seinen ca. 20 Symphonien gehört die 18. Symphonie mit zu den längsten, klassischen, aber auch vielseitigsten Werken, die traditionell in vier Sätzen geschrieben ist. Festliche Barockanklänge mit »Pauken und Trompeten« a la Bach erklingen neben langen, ausgesponnenen Melodien nach bester Mendelssohn-Tradition. Und auch die anderen Werke zeigen Röntgen erneut als einfallsreichsten und fruchtbarsten Komponisten Hollands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sei es das »Liedje van de zee« oder die Ballade über ein norwegisches Volkslied, in dem seine Liebe zum Meer sowie seine konzentrierte Erinnerung an eine eindrucksvolle Norwegen-Reise hörbar werden.
- Julius Röntgen (1855–1932)
- Symphonie Nr. 18; Ballade über eine norwegische Volksmelodie; Een liedje van de zee op. 45; Zes Oud-Nederlandsche Dansen op. 46
- NDR Radiophilharmonie, David Porecelijn
- CD 5662300
Norddeutsche Orgel-Entdeckungen – Vol. 6
Zwei weiteren Meistern ist Vol. 6 unserer Entdeckungsreise durch das norddeutsche Orgelbarock gewidmet: zum einen dem als Vorgänger Buxtehudes als städtischer Organist zu Lübeck bekannteren Franz Tunder, zum anderen Nicolaus Hasse, von dem kaum Daten überliefert sind. Wahrscheinlich Schüler von J. Praetorius, J. P. Sweelinck und H. Scheidemann war Hasse seit Ende der 1620er Jahre Organist an St. Marien in Stendal sowie später an der Rostocker Marienkirche.
Seine vier Orgelwerke brillieren u. a. durch Echo-Effekte und virtuose Koloraturen und vor allem seine Choralfantasie »Komm, heiliger Geist, Herr Gott« steht sowohl die Qualität als auch die Ausdehnung betreffend in der Nähe der großen Fantasien Franz Tunders.
- Franz Tunder (1614–1667)
- Nicolaus Hasse (ca. 1605–1670)
- Sämtliche Orgelwerke
- Friedhelm Flamme/Christian-Vater-Orgel St. Petri Melle
- Sound: stereo & multichannel (Hybrid)
- 2 SACDs 3512524
Bruchs Liebe zum Lied in der Symphonik
Obwohl Max Bruch ein lebhaftes Interesse für die Vokalmusik – insbesondere für das Volkslied – hegte, sind seine bedeutendsten Werke eher auf dem Gebiet der Instrumentalmusik zu finden. Aber die hier eingespielten symphonischen Werke zeugen auch eindeutig für seine »Liebe zum Liede«. In ihnen spiegelt sich zumindest eine der Faktoren, die für Bruch die kompositorische Inspiration liefern sollten: »Erstens ein schönes Bild, zweitens eine schöne Lanschaft, drittens ein schönes Weib«. Ob es die Serenade nach schwedischen Volksmelodien, die fantasievollen und farbigen Orchestersuiten aus den schwedischen Tänze oder die Suite nach russischen Volksmelodien sind – immer zeichnet er zauberhafte und romantische musikalische Landschaften.
- Max Bruch (1838–1920)
- Schwedische Tänze op. 63 (Orchestersuiten Nr. 1 & 2); Suite op. 79b nach russischen Volksmelodien; Serenade für Streichorchester op. posth. nach schwedischen Melodien
- SWR RO Kaiserslautern, Werner Andreas Albert
- CD 5976188
Neue Hör- und Entdeckerfreuden wünscht Ihnen Burkhard Schmilgun.
Geposted von Burkhard Schmilgun (cpo) am 16.12.2008
Schlagwörter: CDs, cpo, Franz Lehár, Franz Tunder, Georg Philipp Telemann, Hans Pfitzner, Julius Röntgen, Max Bruch, Nicolaus Hasse
Das jpc-eigene Klassik-Label cpo ist in diesem Jahr auch wieder auf der aktuellen, gerade veröffentlichten Nominierungs-Liste des prestigeträchtigen "Grammy" vertreten. Das hinreißende Opernereignis "Psyché" von Jean-Baptiste Lully, das cpo in Kooperation mit dem Boston Early Music Festival zur Aufführung gebracht und veröffentlicht hat.
Diese prächtige und vielschichtige, ebenso unterhaltsame wie "erschröckliche", musikalisch und szenisch ungemein aufwendige Oper aus dem Frankreich des Sonnenkönigs besticht durch jene erfrischende Musizierlust, die nur dann so gegenwärtig wirken kann, wenn sie sich auf intensivste Weise mit der Vergangenheit auseinandergesetzt hat.
Bereits in den letzten drei Jahren wurden aus dem Hause cpo in der Kategorie "Beste Opernproduktion" die Barockopern "Ariadne" von Johann Georg Conradi sowie "Thésée" von Jean-Baptiste Lully und in der Kategoire "Beste Orchesterproduktion" die dritte "Amerikanische Sinfonie" von George Antheil nominiert.
Klein, aber sehr fein: Das jpc-eigene Klassik-Label cpo hat sich mit seinen handverlesenen Editionen klassischer musikalischer Schätze internationale Bedeutung erworben. Diese Wertschätzung für die Arbeit des cpo-Produzenten Burkhard Schmilgun erfährt mit der gerade erfolgten bereits vierten Nominierung für die begehrteste Trophäe der Musikbranche, den Grammy Award, seinen vorläufigen Höhepunkt. Nun fiebert das cpo-Team der Entscheidung am 8. Februar 2009 im Staples Center in Los Angeles entgegen und muss sich in der Endrunde noch gegen vier Konkurrenten durchsetzen.
Geposted von Gerhard Georg Ortmann am 10.12.2008
Schlagwörter: cpo, Jean-Baptiste Lully, Klassik, Oper
