Die Deutsche Welle hat in unserer Zentrale in Georgsmarienhütte einen Filmbeitrag gedreht, der sich mit den Veröffentlichungen unseres vielfach ausgezeichneten Klassiklabels cpo beschäftigt. Wie schon im kürzlich erwähnten Radiobeitrag beim ORF hat der Produzent Burkhard Schmilgun auch in diesem Filmbeitrag wieder die Möglichkeit bekommen, sein "Widerstandsnest im Kampf gegen die Phantasielosigkeit des Klassikbetriebs" darzustellen und den Antrieb seines Schaffens zu erklären.

Im Beitrag, der im Kulturmagazin Kultur.21 erschienen ist, sind auch die Aufnahmen zur 1000. Produktion von cpo zu sehen, der Oper "Die Räuberbraut" von Ferdinand Ries. Der sehenswerte Film kann auf cpo-Seite im Shop angesehen werden.

Die Blueslegende Etta James ist am vergangenen Freitag verstorben. Sie erlag letztendlich wohl einer Lungenentzündung, war aber seit Jahren schon schwer krank und kämpfte mit Alzheimer und Leukämie. Heute wäre die Sängerin 74 Jahre alt geworden.

Auf der Website der Tagesschau sind einige Informationen zu ihrem Leben und ihrem Schaffen zusammengetragen worden. Einen Überblick über die Musik von Etta James bietet die CD-Box "Original Album Classics".

Nils Lofgren: Old School auf CD Im Jahre 1976 erlangte im Rahmen der vom WDR ausgestrahlten 5. Rockpalast-Nacht ein kleiner US-amerikanischer Gitarrist mit einem furiosen Liveauftritt Kultstatus in Europa. Einen Trampolin springenden Gitarristen, der zudem auch noch virtuos sein Instrument bediente, hatte man bis dahin noch nicht gesehen. In seinem Heimatland hingegen war Nils Lofgren schon zu diesem Zeitpunkt kein unbeschriebenes Blatt mehr – hatte er doch mit Neil Young zusammen dessen Album »After The Goldrush« eingespielt und mit seiner eigenen Band Grin auch bereits vier Alben veröffentlicht. Zudem war er von 1984 bis zur Auflösung festes Mitglied in Bruce Springsteens E Street Band und wurde nach deren Reunion 1999 erneut engagiert. Nach zahlreichen Soloalben ist das soeben veröffentlichte Album »Old School« nun sein erstes Werk mit eigenem Songmaterial seit sechs Jahren. Hierauf beweist Lofgren eindrucksvoll, dass er sich als Songwriter und Gitarrist nicht hinter anderen Größen des Genres zu verstecken braucht.

Mit ihrem Debütalbum geriet 2006 eine Band mit dem Namen The Little Willies in die Schlagzeilen. Im Grunde genommen handelte es sich bei dieser Gruppe um das Freizeitprojekt einiger gestandener Musiker (allen voran die mehrfach preisgekrönte Sängerin und Pianistin Norah Jones), die hin und wieder in einem New Yorker Club die Musik von Kris Kristofferson, Willie Nelson und anderen Country-Legenden auf ihre ganz eigene Weise neu interpretierten. Das große Interesse seitens des Publikums war schließlich ausschlaggebend für das Einspielen eines Albums, das sicherlich nicht nur aufgrund der immensen Popularität von Norah Jones seine Anhängerschaft fand. Unter dem Titel »For The Good Times« wurde nun ein zweites Album veröffentlicht, eingespielt mit derselben Besetzung, die auch seinerzeit an dem Debütalbum beteiligt war.

Lars Danielsson: Liberetto Mit »Liberetto« meldet sich der 1958 geborene schwedische Bassist, Cellist, Komponist und Arrangeur Lars Danielsson zurück, der sich nicht nur durch seine eigenen Alben, sondern auch als Begleitmusiker von u. a. Charles Lloyd und John Scofield oder als Produzent von z. B. Viktoria Tolstoy einen hervorragenden Namen in der europäischen Jazzszene erarbeitet hat. Mit dem armenischen Pianisten Tigran sowie dem ehemaligen e.s.t.-Schlagzeuger Magnus Öström präsentiert Danielsson auf seinem neuen Album gleich zwei musikalische Partner par excellence, die durch ihr Spiel die Kompositionen auch schon mal in neue Richtungen lenken. Für Kammerjazz-Liebhaber dürfte das Werk schon jetzt ein Klassiker sein.

Vinylfreunde finden diesmal einen besonderen Leckerbissen. Die aus Malawi stammende Sängerin Malia hat 75 LPs ihres neuen Albums »Black Orchid« exklusiv für jpc signiert. Hier gilt: Wer zuerst kommt ….

Uri Caine / Theo Bleckmann: The Four Seasons Sonnets Schon wieder Vivaldis vier Jahreszeiten? Diese Frage ist angesichts der Fülle der Einspielungen durchaus berechtigt. Nun ist bei Winter & Winter eine neue Version erschienen, die die Frage mit einem eindeutigen Ja! beantwortet, denn wie das Ensemble Forma Antiqua und der Solist Aitor Hevia die vier Konzerte interpretieren, hat man so noch nicht gehört. Mit rasenden Tempi, zarten Mittelsätzen und einem klirrend kalten Winter wird Vivaldis Welt ein Hörerlebnis der Extraklasse. Die Sonette, die den Konzerten als literarische Vorlage dienen, haben Uri Cane und Theo Bleckmann kongenial vertont.

Nach langem Hin und Her hat sich Universal Music nun doch entschieden, die ursprünglich nur in Asien veröffentlichte Box »Mercury Living Presence – The Collector’s Edition« auch für Europa verfügbar zu machen. Im Shop finden Sie alle Details zur Box, die die 50 legendären Aufnahmen des Labels, darunter Doratis spektakuläre 1812-Ouvertüre-Einspielung, vereint.

Arthur Rubinstein – Die Complete Album Collection auf 142 CDs in einer Box Den schon zu seinen Lebzeiten legendären Pianisten Arthur Rubinstein ehrt das Label RCA posthum mit einer monumentalen Edition. Hinter dem eher bescheidenen Titel »The Complete Album Collection« verbirgt sich eine Box, die es wohl so in der Geschichte des Tonträgers als Hommage an einen klassischen Künstler noch nie gegeben hat. Auf 142 CDs dokumentiert die Edition wahrscheinlich alles, was der polnisch-amerikanische Pianist je für die Schallplatte aufgenommen hat. Die ersten Aufnahmen für das britische Label »His Master’s Voice« stammen aus dem Jahr 1928, seine bei Decca entstandene Aufnahme des ersten Klavierkonzerts von Johannes Brahms (1976) schließt die Diskografie ab. Über dreistündiges Material war bislang unveröffentlicht. Alle CDs wurden technisch überarbeitet, hierzu verwendete man die Master aus der Reihe der Living-Stereo-SACDs und japanischer XRCDs. Alle anderen basieren auf Mastern der Rubinstein-Collection von 1999. Die Cover und Rückseiten entsprechen den originalen Plattenhüllen – auch hier wurde mit liebevoller Sorgfalt und Akribie restauriert. Das 164-seitige Begleitbuch (Hardcover) mit einem Essay des Rubinstein-Biografen Harvey Sachs, vielen Fotos (die Auswahl stammt von Rubinsteins Tochter Eva) sowie einer kompletten Diskografie rundet diese editorische, weltweit streng limitierte Meisterleistung ab.

Klammheimlich hat sich der Bach-Kantaten-Zyklus des schwedischen Labels BIS zu einer neuen Referenz entwickelt. Unter der Federführung des japanischen Dirigenten Masaaki Suzuki wurde mit dem Bach Collegium Japan und namhaften Solisten soeben die 50. Folge veröffentlicht, und wieder überzeugt die Einspielung durch ihre interpretatorische Stärke und – typisch für BIS – klangtechnische Qualität (ab Folge 28 hybride SACDs mit Surround-Option). Das kleine Jubiläum nimmt das Label zum Anlass, alle Titel der Edition bis zum Ende des Jahres im Preis zu reduzieren.