Koko Taylor, "The Queen of the Blues", starb am 3. Juni in ihrer Heimatstadt Chicago.

Geboren am 28. September 1928 als Cora Walton auf einer Farm in der Nähe von Memphis, verfiel Taylor schon in jungen Jahren der Musik und musizierte mit ihren fünf Brüdern und Schwestern auf selbstgebauten Instrumenten. Anfang der 50er Jahre zog Taylor völlig mittellos nach Chicago und begann, in den dortigen Blues-Clubs zu singen. 1962 wurde sie von Willie Dixon entdeckt und erhielt drei Jahre später einen Vertrag bei Chess Records. Zu ihrem Markenzeichen wurde ihr Millionenseller "Wang Dang Doodle" aus dem Jahre 1965, geschrieben von Willie Dixon. Zwischen 1975 und 2007 nahm Koko Taylor insgesamt neun Alben für Alligator Records auf, von denen sieben eine Grammy-Nominierung erhielten.

Eine ausführliche Biografie findet sich auf www.kokotaylor.com, der "Spiegel" veröffentlichte einen Nachruf.

Die Redaktion hat soeben den CD-Katalog der Schokoladenliebhaberin (daher der Spitzname "Koko") vervollständigt, dies gilt auch für Mick Clarke, Johnny B. Moore, Charlie Musselwhite, Louis Myers, Hot Lips Page, Ollie Nightingale, Darrell Nulisch und Johnny Otis.

Das legendäre Label Chess Records wird im Film »Cadillac Records« als bewegte und bewegende Story wiedergegeben. Leonard Chess, Gründer des Labels, nahm die frühen Stars des Blues unter Vertrag und half damit entscheidend, den Rock’n’Roll aus der Taufe zu heben. Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Little Walter sowie Chuck Berry, Etta James und Willie Dixon, aus dessen Perspektive der Film erzählt wird, sind Namen dieser Zeit. Mehr zum Film finden Sie bei Spiegel Online.

Little Milton (1934–2005) ist kein dem allgemeinen Publikum bekannter Name. Echten Bluesfans ist der superbe Gitarrist mit der soulvollen Stimme jedoch ein Begriff: Die Hymne "The Blues is Alright" stammt aus seiner Feder.

Der am 7. September 1934 als Milton Campbell, jr geborene Musiker erregte im Alter von 19 Jahren die Aufmerksamkeit von Ike Turner, der damals als Talentscout für Sam Phillips tätig war. Mit einem Vertrag für Sun Records nahm Little Milton seine ersten Tracks unter Begleitung der Ike Turner Band auf. Als der Erfolg ausblieb, war die Episode bei Sun Records schon 1954 wieder beendet. Den Durchbruch schaffte Milton erst 1965 mit "We’re Gonna Make It", das die Position 1 der R&B-Charts erreichte. Nach einer Reihe von Labelwechseln landete er wie Z.Z. Hill bei Malaco Records, das sich um die Karrieren etlicher Künstler der alten Soul- und Blues-Schule verdient machte. Hier entstanden zwischen 1984 und 2002 insgesamt 13 Alben im typischen Stil des Soul-Blues der Südstaaten. In seiner Zeit bei Malaco entstand auch sein berühmtester Song "The Blues is Alright", der besonders populär in Europa wurde. Little Milton starb am 4. August 2005 an einem Gehirnschlag.

Der Katalog lieferbarer CDs von Little Milton wurde von der jpc-Redaktion soeben aktualisiert, die gilt auch für Theodis Ealey, Travis Haddix, Sandra Hall, Little Jimmy King, Eddie Kirkland, Ray Koerner & Glover, Alexis Korner, Denise LaSalle, Leadbelly, Frankie Lee, Keri Leigh, Furry Lewis, Smiley Lewis, Joe Liggins, Trudy Lynn, Chick Willis, Beat Daddys, "Big" Mike Griffin, Ernie Johnson, Lightnin' Slim, James Peterson, Poonanny, Bobby Rush, Lynn White und J. B. Lenoir.

Mississippi John Hurt (1892–1966) gehört zu den Musikern, die ohne das Folk-Music-Revival der späten 50er und frühen 60er Jahre in Vergessenheit geraten wären. Nachdem 35 Jahre lang musikalisch nichts von ihm zu hören war, wurde der über 70-jährige Hurt in Avalon/Mississippi aufgespürt, einem Örtchen mit weniger als 100 Einwohnern, in dem Hurt auch geboren wurde. Neben seiner Tätigkeit als Farmarbeiter hatte Hurt die Musik lange Zeit nur als privates Vergnügen betrieben.

Obwohl müde nach einem Leben aus Knochenarbeit, waren seine musikalischen Talente unversehrt geblieben. Eine Reihe von Konzerten wurde arrangiert, u. a. beim Newport Folk Festival, wo er als lebende Legende begrüßt wurde. 1965 hatte Hurt eine Massenpublikum für seine bereits 35 Jahre alten Songs gefunden. Auf Vanguard Records erhielt Hurt kurz vor seinem Tode noch Gelegenheit zu neuen Aufnahmen.

Hurt war ein begnadeter Fingerpicking-Gitarrist und meisterlicher Geschichtenerzähler mit einer faszinierenden Stimme. Auf zahlreichen Soundfiles auf der jpc-Website können Bluesfans sich davon einen Endruck verschaffen.

Neben dem Katalog von Hurt wurden auch das CD-Repertoire folgender Künstler aktualisiert: Eddie James "Son" House, Frank Hovington, Howlin’ Wolf, Alberta Hunter, Ivory Joe Hunter, Long John Hunter, J. B. Hutto, Blind Lemon Jefferson, Blind Willie Johnson, Big Jack Johnson, Johnnie Johnson, Buddy Johnson, Luther "Guitar Junior" Johnson, Luther "Houserocker" Johnson, Luther "Snake Boy" Johnson, Louis Jordan, Willie Kent und Lonnie Johnson.

Als der in Texas 1935 geborene Sänger Z.Z. Hill im Jahre 1980 einen Plattenvertrag bei Malaco Records unterschrieb, gelang ihm mit diesem Schritt zurück zu seinen musikalischen Wurzeln, zum Blues, die Wiederbelebung seiner dahindümpelnden Karriere. Das Album Down Home Blues aus dem Jahr 1982 mit den Hits Down Home Blues und Somebody Else Is Steppin’ In verblieb fast zwei Jahre lang in den Charts. Dieses Album gilt heute als Blues-Klassiker und verkaufte sich mehr als 1 Million Mal. Z.Z. Hill verstarb am 27. April 1984 an den Folgen eines Herzinfarkts.

Die Redaktion hat den Katalog von Z.Z. Hill soeben auf den aktuellsten Stand gebracht. Weitere Komplettierungen erfolgten bei The Bluebirds (Louisiana), Tommy Castro, Alvin "Youngblood" Hart, Chris Thomas King, Harry Manx, Jimmy Thackery, Jimmy Reed, Slim Harpo, Wynonie Harris, Screamin’ Jay Hawkins, Jessie Mae Hemphill und Earl Hooker.

John Hammond jr., geb. am 13. November 1942 in New York, ist der Sohn des berühmten Talent Scouts von Columbia Records, John Hammond sr. Nachdem Hammond sein Idol Jimmy Reed in New York gehört hatte, beendete Hammond nach einem Jahr seine Zeit am College und verfolgte eine Karriere als Bluesmusiker. Zu Beginn des Folk- Revivals im Jahre 1962 hatte Hammond bereits eine Fangemeinde um sich versammelt, die sein Spiel in der Tradition der klassischen Country-Blues-Sänger liebte. Im Alter von 20 Jahren wurde Hammond von der New York Times interviewt und wurde zu einem USA-weit bekannten Künstler.

Einige Kritiker bezeichneten Hammond als den "weißen Robert Johnson", der Delta-, Acoustic- und Folk Blues mit kraftvollen Gitarren- und Harmonicaspiel verbindet. Allerdings sah Hammond sich während seiner gesamten Karriere weniger als Songwriter. Im Konzert und auf seinen mittlerweile über 30 Alben machte Hammond es sich zur Aufgabe, alte oder vergessene Blues Songs lebendig zu erhalten. Nach Erscheinen seines Albums "Wicked Grin" im Jahre 2001 feierte der Rolling Stone Hammond gar als den "weißen Blueskönig".

Die jpc-Redaktion aktualisierte soeben den CD-Katalog von John Hammond. Dies gilt auch für Magic Slim, Charles Ford Band, Robben Ford, Fabulous Thunderbirds, Sue Foley, Frank Frost, Lowell Fulson, Larry Garner, Guitar Shorty (David Kearney) und Guitar Slim (Eddie Jones).